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Anleitung zur qualitativen Analyse anorganischer und organischer Stoffe, sowie zur toxikologisch-chemischen Analyse, nebst e. kurzen Einführung in die Gewichts- und Maßanalyse, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten : mit 17 Tab.
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enthaltenen einfachen Ionen; z. B. wird aus dem komplexen SalzK(AgCN s ) das Silber durch Halogenionen nicht gefällt, wohl aberdurch S-Ionen als Ag 2 S.

Komplexe Salze sind also solche Salze, in denen Elemente, diesonst als Ionen auftreten können, Bestandteile größerer Komplexesind, welche das betreffende Element in nur beschränkt oder garnicht nachweisbarem Zustande enthalten. Die Komplexionen sindstärker als ihre einzelnen Ionenbestandteile und bilden meistens sehrleicht lösliche Salze; sie haben häufig ganz andere Farbe, und ihreEntstehung gibt sich durch solche Farbenänderung zu erkennen(s. Kupfer-, Kobalt-, Nickelverbindungen).

Elektroaffinität heißt das Bindungsvermögen der Ionen fürihre elektrische Ladung; dasselbe ist für die Ionen verschiedenerStoffe sehr verschieden; man nennt starke Ionen diejenigen, welcheihre Ionenladung sehr fest halten, schwac-he Ionen solche, welcheihre elektrische Ladung leicht abgeben.

Starke Ionen bilden in der Regel lösliche Verbindungen vonhohem Dissoziationsgrad,. Verbindungen schwacher Ionen sind meistschwerlöslich oder sehr wenig dissoziiert, so dass ihre Lösungen wenigIonen enthalten.

Zu den stärksten Ionen gehören K, Na', Li; NO.,', F', zu denschwächsten gehören die Kationen Hg", Au , Pt und die AnionenOH', O", S", CN\

Trifft ein stark elektroaffiner, nicht im Ionenzustand befindlicherStoff mit Ionen von geringerer Elektroaffinität zusammen, so entreißter diesem die Ionenladung, indem er selbst zum Ion wird, währendder schwächer elektroaffine Stoff elektrisch neutral wird.

Z. B. geht metallisches Zink mit Bleiionen als Zinkion unter Ab-scheidung von metallischem Blei in Lösung: Zn -f- Pb = Zn + Pb;Blei scheidet Kupferionen als Kupfer aus, Kupfer entlädt Queck-silberionen und scheidet Quecksilber aus usw.

Ebenso reagiert Chlorgas mit Bromionen unter Bildung vonChlorionen und elektrisch neutralem Brom, und dieses mit Jodionenunter Bildung von Bromionen und freiem Jod; Jod ist wiederumstärker clektroaffin als Schwefelionen, so dass diese als fester elektrischneutraler Schwefel aus Natriumsulfidlösung durch Jod ausgeschiedenwerden. Die Reihenfolge der Elektroaffinität bei den Kationen istidentisch mit der elektrischen Spannungsreihe der Metalle; jedes inder folgenden Reihe voranstehende, nicht ionisierte Metall vermagdem nachfolgenden die elektrische Ladung zu entziehen und dasselbein nichtionisiertem Zustande abzuscheiden: Zn. Cd. Sn. Fe. Co. Ni.Pb. U. Cu. Sb. Bi. Ag. Hg. Pt. Au.

Massenwirkungsgesetz. Wenn ein Stoff mit einem anderen