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Erg.-Bd. (1884)
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1257
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Zingibor.

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Geruch, aber von eminent scharfem, etwas bitterem Geschmack, leicht löslich inWeingeist, Benzol, flüchtigen Oelen, Schwefelkohlenstoff, Alkalien, Essigsäure,wenig in Petroläther. Die weingeistige Lösung ist neutral und giebt mit Blei-zucker oder Kalkwasser keinen Niederschlag, beim Behandeln mit verdünnterSchwefelsäure bildet sich keine Glykose.

Das dem Ingwer gleichwertige, mitunter beigemischte Rhizom von Zinc/iberCassumunar Roxb. ist innen von hochgelber Farbe.

Im Handb. II, S. 1315 finden sich die Abbildungen der Durchschnitte derIngwerrhizomc und des Ingwerstärkemehles.

Die westindischen und ostindischen Ingwers werden geschält, d. h.von ihrer Rinde befreit, in den Handel gebracht. Die Afrikanische und auchzugleich die beste Sorte ist nicht geschält. Die in Scheiben zerschnittenen Ing-wersorten zählen im Allgemeinen zu einer geringwerthigen Waare, besonders, wennihr Geschmack zugleich bitter ist. Diese Ingwersorten in Scheiben scheinen heuteim Handel fast verschwunden zu sein. Eine Verfälschung des Ingwers inStücken ist nicht schwor zu erkennen, die des gepulverten Ingwers zu erkennenbietet einige Schwierigkeiten.

Die besseren Ingwersorten sind etwas speeifisch schwerer als Wasser. DasPulver, welches eine hell graubräunliche Farbe hat, mit kaltem Wasser starkgeschüttelt bildet im Verlaufe einer Stunde der Ruhe eine untere Pulverschichtund eine etwas trübe, unbedeutend oder kaum gefärbte Wasserschicht, welcheauf Zusatz von Ferrichlorid nicht verändert wird, auf Zusatz von Jodjodkaliumaber die Stärkemehl-Reaction ergiebt.

Der mit kaltem Wasser bewirkte Aufguss (vergl. S. 318) ist gelblich undgiebt durch gutes Filtrirpapier gegossen mit Jodjodkalium keine Stärkemehl-reaction, mit Ferrichlorid eine schwache Trübung, aber keine Farbenreaction.Gerbsäure, Pikrinsäure und Bleiacetat bewirken nur schwache Trübungen.

Das Pulver soll mit einem Ingwer verfälscht werden, welcher bereits mitWeingeist extrahirt ist oder aus welchem man das flüchtige Gel durch wässrigoDestillation abgeschieden hat. Zur Prüfung dieses Unistandes ist die Bestimmungdes wässrigon Extraries zweckmässig. Man extrahirt das Pulver mit kaltemWasser unter eintägiger Maceration und filtrirt. Das im Wasserbade einge-trocknete und ausgetrocknete Ex tract betrügt 1214 Proc Auch die schlech-teren westindischen Sorten geben eine ähnliche Menge wässrigen Extracts (11,6und 13,8 Proc).

Vom äth er weingeistigen Ex tract (vergl. S. 117) werden aus bestemIngwer 4 5 Proc. erlangt. Es ist erkaltet starr und schwarzbraun, an seinerOberfläche mit flüchtigemOele bedeckt. Dieses Extract ist in Schwefelkohlenstoffvöllig löslich. Westindischer Ingwer ergab 3,3 und 1.2 Proc. dieses Extracts.

Wird das Extract in Schwefelkohlenstoff oder Aetherweingeist gelöst undin einem flachen Schälchen bei 110120° 0. ausgetrocknet, so ergiebt der Ver-lust, am Gewicht die Menge des flüchtigen Oeles, welches bei bester Waare 1Proc, bei der Westiniachen Waare kaum 0,6 Proc. beträgt Es ist leichter alsWasser, bedingt aber nicht den brennenden Geschmack des Ingwers. Dieserist von dem Harze (Gingeroi) abhängig.

Die Aschenmenge beträgt C>7 Procent.

Als Verfälschungen des Ingwerpulvers werden angegeben: Eicheln, Raps-kuchen, Brot, Curcuma. Letztere würde auf die Farbe des fogwerpulvers vongrossem Einflüsse sein und ist eine absichtliche Beimischung sehr unwahrschein-lich, dagegen hat man vor Jahren unter dem ganzen Ingwer einige Curcuma-