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Erg.-Bd. (1884)
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Valeriana.

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keinen Zweifel zu. Da also diese giftige Beimischung vorkommen kann, so isteine Musterung der angekauften Waare unerlässlich.

Eine andere gefährliche Verwechselung der Valeriana-Wurzel ist die Wurzelvon Sium longifolium, welche Bernbeck für eine Abart des Sium latifolium L.(Archiv der Pharm. 1880, 2. Hälfte, S. 431, 432 und ph. Centralh. 1881,Nr. 6) hält, was vielleicht ein Irrthum ist, denn Sium longifolium Pübsh istDecandolle's Archemora ambigua, eine südamerikanische Giftpflanze, welchenach Bernbeck's Angabe auch in Deutschland in der Kheinniederung vor-zukommen scheint. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Wurzel einer Sium-Art, welche als Varietät des Sium latifolium gelten kann. Die Wurzeln vielerSium-Arten sind giftig oder enthalten im frischen Zustande eine giftige Substanzwie z. B. Radix Sii palustris s. Pastinacae aquaticae (von Sium latifolium), dieWurzel von Sium angustifolium L. (Berula angustifolia Koch), währendWurzeln anderer Sium- Arten angenehme Nahrungsmittel sind. Bernbeck be-schreibt den Habitus des Sium longifolium. Von der Wurzel sagt er:Ge-trocknet sind die Wurzelstöcke denen des Baldrians sehr ähnlich, die von Siumjedoch viel leichter, die einzelnen Fasern weniger markig und von mehr runze-ligem, nicht hornartigem Aussehen. Da Bernbeck 1. c. den Pflanzennamen denAutornamen beizufügen vergessen hat, so sind Bedenken über die gemachtenAngaben selbstverständlich."

Wie Bruylants beobachtet hat, so nimmt der Valeriansäuregehalt derBaldrianwurzel mit der Länge der Lagerungszeit zu.

Oleum Valerianae. Von G. Bruylants ist (Journ. de Ph. et de Chim. 1878,S. 349, 434) das Oel der Baldrianwurzel chemisch untersucht worden und esergaben sich Resultate, welche von den bisher bekannten Angaben über Bal-drianöl bedeutend abweichen. Das Oel der frischen Wurzel ist verschieden vondem einer alten Wurzel. Bei 120° beginnt es zu sieden, die Temperatur steigtaber rasch auf 160° und gegen das Ende der Destillation auf 350°. G. B.unterwarf es einer fractionirten Destillation. Der zwischen 155 und 165° sie-dende Theil bestand wesentlich aus C 10 H 16 , gehörte also den Terpenen an.Ihm war wenig Valerian- und Essigsäure beigemischt. Der zwischen 205210°destillirende Theil bestand aus ameisensaurem, essigsaurem und valeriansauremBorneol, ebenso drei zwischen 220''245° übergehende Theile. Der zwischen285 und 290° gesammelte Theil hatte eine ölige Consistenz, grünliche Farbeund schwachen Geruch. Die elementare Zusammensetzung Hess ein Oxyd desBorneols erkennen. Durch gasförmigen Chlorwasserstoff färbte sich die Flüssig-keit purpurroth, durch Phosphorperchlorid erst roth, dann blau und schliesslichgrün. Diese selben Reactionen lassen auch das rohe Oel und Tinct. Valerian.aeth. zu.

Valeriana-Oel präexistirt in der Wurzel. Es besteht aus einem Kohlenwasser-stoff (C 10 H, e ) und mehreren Oxyden desselben, nämlich einem Alcohol =CioH 18 0 (Borneol), zusammengesetzten Aethern (C 10 H 17 CHO 2 0, 0 H 17 C 2 H 6 O 2Ci 0 n] 7 C.H 9 O 2 ) im & einem einfachen Aether = (C 10 H 17 ) 2 O.

Die Valeriansäure präexistirt nebst Formylsäure und Essigsäure in derWurzel verbunden mit Borneol, Natron und Kali und sind in alter Wurzel zumTheil auch frei, also in keiner Verbindung.

Zur Darstellung der Valeriansäure soll man eine alte grob gepulverteWurzel verwenden, diese mit dünner Aetzlauge erwärmen, dann mit Schwefel-säure übersättigt der Destillation unterwerfen.

Hager, rkarm. Praxi« Suppl.

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