1072
Santonina.
Ein mit Salicin oder Strychnin verfälschtes Santonin giebt sieh durch deexcessiv bitteren Geschmack eines Essigs zu erkennen, welchen man mit e 'ß .kleinen Menge Santonin geschüttelt und eine Stunde hindurch macerirt hat. »Abwesenheit des Strychnins schmeckt der Essig nur wie Essig, nicht bitte •Diese empirische Probe sollte der Droguist nicht unterlassen.
Weitere Verfälschungen sind die mit Salicylsäure und Milchzuck 6 •Die mit Wasser geschüttelte Probe Santonin muss ein Filtrat ergeben, welcj 1mit Perrichlorid sich nur gelb färbt. Das Santonin (circa 0,1 g) mit kalis"?Kupferlösung aufgekocht darf nicht reducirend wirken, mit concentrirter Schwesäure übergössen und agitirt sich nicht roth färben. Im Uebrigen vergl- in 'Handb. II, S. 889, 890. Santonin wurde auch verfälscht angetroffen mit B<£'säure (grüne Flamme), Kaliumboricotartrat (leicht in Wasser lösbc /»Gummi-Arabicum, Zucker (fast unlöslich in absolutem Weingeist), Steansäure (erzeugt einen Fettfleck auf erwärmtem Papier).
Reactionen. Wird zu einer kalt bereiteten Lösung des Santonins in c°'Schwefelsäure wenig verdünnte Ferrichloridlösung gesetzt, so entanfangs eine rothe, dann eine purpurrothe, zuletzt violette Färbung- ,
soll man die Schwefelsäure und verdünnte Ferrichloridlösung zu gleichenmischen und dann das Santonin eintragen, endlich vorsichtig erwärmen. 0, 'genügen zur Reaction. So berichtet Lindo (Pharm. Journ. and Transact.8, Nr. 390, S. 464), doch will die Reaction nicht jedem gelingen, wie z-1 ? -Verf. dieses Ergänzungsbandes.
Die Bestimmung des Santonins in Cacaotabletten erfordert diehergehende Beseitigung der Fettsubstanz. Dieselbe kann nicht mittelst Bengesehen, wie es empfohlen wurde, sondern nur mittelst Petroläthers beiTemperatur, welche 20° C. nicht überschreitet (Haoer).
Ueber verschiedene Isomere des Santonins berichten Cannizzaho und ^NELUTn in der Gazz. chim. 1877 (Berichte d. d. ehem. Ges. XI, S. 2031, »
Jährest), üb. d. Fortschr. d. Pharm, etc. XIII, 8. 459, 460).
fol-
Anwendung. Den im Handbuch II, S. 890 gemachten Angaben wärengende hinzuzufügen. .
Dass der Gebrauch des Santonins ohne Controle durch einen Arzt un ^
verständigen gefährlich ist, hat die Erfahrung immer und immer wieder g ß3Tu. Huskmann hat wiederholt Warnungsrufe vernehmen lassen, doch ^ egf ,gscheint, ohne Erfolg. Die Hauptsache ist, einen passenden Ersatz ™ j, e n-Gift als Wurmmittel zu bieten und dieses will ich hier an dieser Stelle ve ^
Ein herrlicher Ersatz ist das geschmacklose Chinidintannat, wie es z. 1>- ^ ejr [-von Zuckerl (von ROSZKYAY in Arad), auch in Verbindung mit lö.sli<*^° m 0( .j, a -oxyd im Handel vorkommt. Hierzu eignet sicli die Vorschrift zu (lon , g fa»rola Chinini tannici im Handb. H, S. 841, nur ist in Stelle des Chinintaon ^Chinidintannat zu nehmen. Die Wurmkur mit Chinidintannat ist z wa an ve r-theurer, aber niemals gefährlich. Will man die Kur billiger gestaltensieht das bedeutend billigere Cinchonidintannai auch denselben Dienst.
.»■u«-- ------------- 0 — ~ vuiwuVUlUlUlinUUCIII MU.VU vivnuvww.. - *+tft£S ^
den Kindern bis zu 3 Jahren 2 oder 3 Tage hintereinander \° xrBX ^% &w\Sind die Kinder von sehr blasser Gesichtsfarbe, so sind die Chinidnitan
uen rviiiueui uis /.u •> »»imi" & uuer o läge minereiuaiiuoi """-__9 St ut "\'
Zuckerl (ä 0,1g Tannat), stündlich 1 Stück, Kindern über :} •' :ll,re i „ atati ek ert
Wurde dieses Mittel angewendet, ^^ 0 r.d
mit Eisenoxydhydrat vorzuziehen _ mum*' h.
Wurmleiden schon am dritten Tage beseitigt und die Kinder sehr "^j, »»'
lebendig. Die Apotheker sollten von dem Gebrauch der Santonin«rathen.