Druckschrift 
Erg.-Bd. (1884)
Entstehung
Seite
858
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

858

Ox3'genium. Ozon.

Reotion), die Grade der Umwölkung und die Menge der atmosphärischen Nieder-schlage (je grösser letztere, um so schwächer die Reaction).

Zur lebhafteren Gewinnung von Ozon empfiehlt Rud. Boettger in eineFlasche eine 22,5cm hohe Schicht einer massig concentrirten Lösung des K a "liumdichromats zu geben und eine Stange Phosphor so einzustellen, dassie halb aus der Flüssigkeit hervorragt.

Es wurde von einer Seite behauptet, dass aus der Einwirkung von Kalium*hypermanganat auf Oxalsäure in wässriger Lösung Ozon resultirc. AM" 511Leeds hat nachgewiessen, das diese Angabe eine irrthümliche ist und die Oz° n *Reaction auf Kaliumjodid-Stärkepapier wahrscheinlich in Folge der Anwendungeines Chlorid-enthaltenden Materials eingetreten sei (Bericht d. d. ehem. t> eS

1879, S. 604).

Der Braunstein, Manganhyperoxyd, wurde von Rud. Boettger als eijsehr kräftiger Ozonträger und oxydirendes Agens gerühmt. (Chem. Central

1880, S. 351.) Dass hier ein Irrthum vorliegt, hat Leeds nachgewiesen.Schönbein und Andere nahmen auf Grund theoretischer Ansichten an, da

Ozon durch Erwärmen entwickelt werden könne aus: Oxyden und Superoxyder edlen Metalle und Superoxyden und Säuren unedler Metalle. Da Ozon dorWärme zersetzt wird, so musste diese Angabe Widerspruch finden. Ai-RERT LE "wies nun auch nach, dass die Ozonbildung der Gegenwart von Unreinigkcitcn ^jenen Oxyden zuzuschreiben sei. Leeds zeigte, dass bei Bleisuperoxyd uMangansuperoxyd (beide im natürlichen Zustande als auch künstlich dargeste >auch bei Mercurioxyd und Silberoxyd die anscheinende Ozonrcaction nur ausEinwirkung des Sauerstoffs auf die Unreinigkeiten und Staubtheile in den Oxy'zurückzufiiliren sei. Ein Gleiches ergab sich von der Ueberjodsäure, welche n

solle, welche aber gereinigt kein Ozon aus}:

BellüOCI sowohl bis 130° C. erwärmt, als auch beim Kryscallisiren Ozon flUS ° e fi( . \

usgiebt. (Ch. Ccntralbl. 1881, S. °Ein neues Reagens auf Ozon hat R. Boettger entdeckt. Es ist .selbe eine säurefreie Goldchloridlösung. Wird Schwedisches Fliesspalmit dieser Lösung schwach angefeuchtet und in einer Ozonatmosphäre aufge > ^ c

so färbt es sich nach und nach violett bis intensiv dunkelviolett,und salpetersaure Dämpfe sind ohne allen Einlluss darauf.

Salpetn,

steil

launid zi-

HaüTEFEUILLE und Ciui'PUis verdichteten Ozon unter Druck und eiein indigblaues Gas, welches unter Verminderung des Druckes blass u ff . flletzt wieder farblos wurde. Bei Minderung des Druckes zeigten sich Ne D t > ^sie bei Compression des Sauerstoffs beobachtet werden, nur treten sie o° ^unler 75 Atmosphären, bei Sauerstoff aber erst unter 300 Atm. '^'p-hlungDas Gemenge von Sauerstoff und Ozon darf nur langsam unter steter An < ^^comprimirt werden, weil im anderen Fallo sich das Ozon explosionsartig ^^Wärmeentwickelune und der Erscheinung eines gelben Blitzes zersetzt (ti>

lung

Iralbl. 1880, S. 754). . wil rt

Kingzett fand, dass bei Einwirkung von Luft auf Phosphor bei ueg ^von Wasser sowohl Ozon als auch Wasserstoffhyperoxyd gebildet wer e ebellg0zwar in einem Verhältnis» von 2:1. Ozon wurde bei 240° C zerstört, .^ölbeim Einleiten in Terpcnthinöl. Aus der Einwirkung des Ozons auf ^erP" ^ ur cbresultirt dieselbe Verbindung, welche auch bei Absorption von Luftsauersto ^^Terpenthinöl entsteht. Mit Ozon überladenes Terpenthioöl erzeugt beim ö ^ g]} ,mit Wasser eine aequivalente Menge Wasserstoffhyperoxyd. Aebmie > ^ E , äD sachtungen wurden mit Aether gemacht (Chem. Centralbl. 1881, S. 34). (lel -bestätigte (Bericht d. d. chem. Ges. 1880, S. 1066), dass bei Einw» K " b te ],enLuft auf feuchten Phosphor sowohl Ozon als auch Wasserstoffhyperoxyd n ; s irteund beide in starker Verdünnung sich gegenseitig nicht zersetzen, dass