Druckschrift 
Erg.-Bd. (1884)
Entstehung
Seite
623
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

iH^^I^^^H

Kino. Kosso.

623

Ausführliches darüber Bericht d. d. eh. Ges. 1879, ph. Centralh. 1879, S.380, Jahresbericht von Dragendorff 1878 S. 190.

Das Gelatiniren der Tinctur zu verhindern (Handb. II, S. 309, das hierempfohlene Bereitungsverfahren scheint das beste zu sein) hat Fox Glycerinvorgeschlagen, jedoch hat sich dieser Zusatz nicht immer bewährt, dagegen scheintKennedy' s Verfahren, Zusatz von 1 Th. Campecheholz auf 6 Th. Kino den-'Weck besser erreichen zu lassen. Obgleich hier ein sehr unschuldiger Zusatzvorliegt, so dürfte er doch in Deutschland beanstandet -werden.

Kosso.

In den Kossoblüthen fand Pebeika ein flüchtiges Oel, Martin einen kry-stallisirenden Stoff, Kose'in, von adstringirendem Geschmack, Viale und La-i^Ni eine Säure, Hagensäure. Kosso soll bei längerer Aufbewahrung seineWirkung völlig verlieren.

Kossina, Kussin, Kosin (C 31 H 3S O 10 Flückiger). Das im Handbuche erwähntePräparat (II, S. 311) ist das BEDALiAsche, ein nicht angenehm riechendes gelb-liches Pulver, welches eine Modifikation des Kussins zu sein scheint. Von Merkwt ein reines Kussin in kleinen geruchlosen und gelben Krystallen in den Handelgebracht worden. Ersteres wird in den Preislisten alsKussinum amorphum,as Merk'scIiü als Kussin um crystallisatum, letzteres 4 mal höher imreise als ersteres, notirt. Ob nun auch letzteres das wirksamere sei, ist nichtmi t Sicherheit festgestellt. Uebrigens ist das eine wie das andere erfahrungsgemässein weniger sicheres Taenifugum als Kupferoxyd, denn wenn es auch die Band-w urmglieder abtreibt, so sind die Bandwurmwirthe, welche Kusso und Russingebrauchten, unter 100 Fällen 90-mal genöthigt, nach einem halben Jahre wiedera, 6 .^ ailt Iwurmkur vorzunehmen. Der Bandwurmkopf wird eben von diesem

Mittel

nur selten irritirt (Hager). Viele Aerzte halten Kosso weit wirksamer

8 das Kussin, welches nicht allein der taenifugale Bestandteil des Kosso ist,

Zur Darstellung des reinen Kussins wird der mittelst heissen Weingeistes

"^'gestellte Auszug aus 1000,0 Kosso bis auf 150 g abgedampft und acht Tage

an einen kalten Ort gestellt, dann der Bodensatz gesammelt, mit circa der 20-

sUi ÄIenge Wasser gemischt und wiederum zum Absetzen 8 Tage beiseite ge-

eilt. Der gesammelte, mit Wasser gewaschene Bodensatz wird mit Magnesium-Karbonat und Calciumcarbonat gemischt, eingetrocknet und zu Pulver zerrieben,dieses Pulver wird mit Benzol bei 3040° C. extrahirt, der beuzolige Auszugangetrocknet und der Rückstand durch Umkrystallisiren aus heissem Weingeistgereinigt.

Das krystallisirte Kussin ist von schwefelgelber Farbe, geruch- und geschmack-, os ) schmilzt bei 142°, erstarrt erkaltend zu einer amorphen Masse, welche aber^ heissem Weingeist gelöst beim Erkalten der Lösung in Krystallen ausscheidet.s ist in Wasser unbedeutend, wenig in Weingeist, leicht in Aether, Benzol undUloroform löslich. Conc. Schwefelsäure löst es mit gelber, in Scharlachrothübergehender Farbe und entwickelt beim Erwärmen den Geruch nach Buttersäure.

H-

In

(1) Emulsio Kusso Corbe.

Florum Brayerae anthelminthicae pul-

veratorum '25,0Olei ßicini usque ad 100° Cels. cale-

facti 40,0.Vas deturbatorium immissis et com-Pressis aftundeAquae f'ervidae 50,0 vel. q. s.

Liquorodclapsomassamoxpnme. Oolatuiasmixtas (90,0g pondo) cumVitello ovi unius .

in emulsionem redige, tum admisceAetheris guttaa 40.D s Des Morgens aut einmal zu neh-men (Nach 68 Stunden erfolgt beim3. oder 4. Stuhlgange der Abgang desBandwurmes.)