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Erg.-Bd. (1884)
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Kainala. Kino.

in den Gebrauch zu ziehende Waare ist in allen Fällen in der im Handb. II»S. 307 angegebenen Weise vom Sande und Staube zu befreien, wenn dies nichtschon vom Drogisten geschehen wäre.

Unter einem etwas ähnlichen Namen hat man einen als Bandwurmmittelgebrauchten Samen kennen gelernt:

Kossala, Tigre-Sangala, Kossala-Samen, sind nierenförmige, von der Seitezusammengedrückte, längsstreifige, auf den Streifungen getüpfelte, dunkelbraune,an der Rhaphe gelbliche, exalbuminose Samen (nach Arch. d. Ph. 1878 0,2Meter lang und 0,1 Meter breit, nach dem Jahresbericht über d. Fortschr. d.Pharm, etc. 1878 0,2 mm lange und 0,1mm breite) wahrscheinlich 2 mm langund 1mm breit, weil gesagt ist, dass man die Waare durch ein feinmaschige*Sieb schlagen könne. Die Mutterpflanze ist nicht gekannt.

Dkagendoeff hat diese Samen untersucht und ausser 1,38 Proc. Bitterstoffund 1,83 Proc. Gerbsäure darin nichts gefunden, was nicht auch andere Same»enthalten. Bei einem grossen Hunde zu 5 g angewendet resultirte der Abgangvon Bandwurmstücken (ob auch mit Kopf?). Bei kleinen Hunden ergaben sichtoxische Wirkungen. Nach Sciiimpeb benutzen die Bewohner des Amchara- undTigre-Landes diesen Samen als Bandwurmmittel. Jedenfalls sind unsere Kürbis-samen ein besseres, weil nicht narkotisch wirkendes Mittel. Auffallend ist derNamen des Mittels, welcher eine Combination von Kosso mit Kamala zusein scheint.

Kino.

Das Indische oder beste Kino liefert kaum ein halbes Procent Asche vonröthlicher Farbe, durch Eisenoxyd bewirkt. Eine grössere Menge Asche machtdie Waare verwerflich. Es muss sowohl in Wasser wie in Weingeist gänzlichlöslich sein, und die wässrige Lösung darf durch Zusatz von Weingeist nicht g 6 'trübt werden. Etwa Unlösliches darf 2,5 Proc. nicht übersteigen. Mauritius-Kino ist im Wasser und Weingeist wenig vollständig löslich und Botany-BayKino ist in Wasser zwar löslich, die wässrige Lösung wird aber durch Wein-geist stark getrübt. Jamaica-Kino ist in Wasser und Weingeist nur zumTheil löslich, und die wässrige filtrirte Lösung wird durch Weingeist getrübt-Es giebt bis zu 2 Proc. Asche aus. Ebenso verhält sich das Columbia-Kino»dessen Pulver mehr gelbroth ist.

Die Verfälschungen mit Asphalt, Drachenblut, Bitumen, Pech blei-ben beim Behandeln des in kleinen Stücken verwandelten Kinos mit Wasserintact. Catechu in wässriger Lösung wird durch Weingeist stark getrübt, B*'tanha-Extract verräth sich durch die Farbe seiner Lösung.

Dem Malabarischen Kino entzog C. Etti mit Aether oder durch Koche"mit verdünnter Salzsäure Kinoin in farblosen prismatischen Krystallen von derFormel Cj iH 12 0 6 . Dieses gab mit Eisenlösung eine rothe Färbung und mit Salz-säure im geschlossenen Baume auf 120° erhitzt resultirten Chlormethyl, Brenz-catechin und Gallussäure und durch Destillation Phenol und Brenzcatechm-Kinoin löst sich wenig in Wasser, leicht in Weingeist, schwieriger in Aether.Sowohl die wässrige wie weingeistige Lösung zersetzt sich weder an der hatnoch in der Wärme, auch nicht auf Zusatz einer Säure, werden aber die Kry-stalle noch feucht im Wasserbade bei Luftzutritt erwärmt, so färben sie sich rotli-Kinoin Hsst sich als Methyl-Brenzcatechinäther der Gallussäure annehmen, denn

0,.1[,,0 5 + C 6 H 6 0 2

Gallussäure lirenzcatechin

CH 4 0 = C u II 1 ,O 0 +2If 2 O

Methylalkohol Kinoin Wasser.