Injectiones.
573
grössere Hausthiere, wie das Pferd und das Rind die 10fache, für das Mau 1-thier die 7,5fache, für den Esel die 4fache, für das Schaf, Schwein dieIVafache, für grosse Hunde die gleiche und für kleine Hunde und Katzen1 A der subcutanen Injectionsdosis angewendet werden, wie sie für den Gebrauchhei Menschen normirt ist.
Die Wirkungen sind gewöhnlich dieselben, wie sie bei Menschen hervor-treten. Auch die Injectionsfliissigkeiten für die Hausthiere müssen klar sein oderdoch aus reinen Substanzen hergestellt werden, besonders beim Pferde, um dieals Folge unreiner Substanzen eintretenden Ulcerationen und Fellläsionen zu ver-meiden. Lösungen zu diesen Injectionen müssen also stets filtrirte sein.
Die parenchymatöse Injection bezweckt die Einführung medicamentöserFlüssigkeiten in das Parenchym, das Gewebe der Haut und der Muskel, z. B.Dß i Geschwüren, Anschwellungen, Krebs, um eine Reizung, Zerstörung, Lösung,e >n Absterben von Neubildungen, Absondern eines Gewebetheiles zu veranlassen°der zu bewirken. Die hypodermatische Injection bezweckt das Einführenei ner medicamentösen Flüssigkeit in das TJnterhautbindegewebe. Zur Beseitigung'»'tlicher Leiden wählt man den Ort der Haut, welcher beim Druck mit demFinger Schmerz empfindet oder wo der Patient Schmerz fühlt als Einstichstelle,z °r Einsenkung der Canüle.
Die intravenöse Injection, Einspritzung in die Blutader (von Oreempfohlen) dürfte wohl immer als eine gefährliche zu betrachten sein und hatdaher keine Zukunft. Sie ist auch nur bisher mit Chloralhydrat versucht worden.
Besonders die hypodermatische oder subcutane Injection erfordert möglichstklare Flüssigkeiten und ein Wasser, welches total frei von Vegetationen undKeimen derselben ist. Ein solches ist von Hager mit Aqua bis destillata,£ w eimal destillirtes Wasser, bezeichnet worden (vgl. S. 102). Jede Flüssig-keit zu Injectionen muss, wenn sie nicht total klar ist, direct in das Gefässmneinfiltrirt werden, in welchem sie dispensirt werden soll. Dass das Gefäss,der Glastrichter, das Filtrirpapier höchst rein und staubfrei sein müssen, erfordertd' e Vorsicht. Im andern Falle entstehen an der Einstichstelle Anschwellungen,«esehwüre, Flecke etc. Hager injicirte subcutan ein destillirtes Wasser mit«ehleimfloeken. An der Einstichstelle erfolgt eine kleine Euterbeule und noch nache'nem Jahre war an derselben Stelle ein dunkler Fleck zu sehen und eine Ver-änderung des Hautgewebes zu fühlen. Häufig waren die Klagen, dass nachM orphiuinjectionen Entzündung und Eiterung der Einstichstelle erfolgten, einanderes Mal bei demselben Patienten wiederum nicht, obgleich die Lösung ausden-selben Morphinvorrathe hergestellt war. Die Aerzte pflegten die Ursache" cr Eiterung dem Morphinpräparate aufzubürden, der Apotheker glaubte eine^'«Position zu der Eiterung be : m Kranken annehmen zu müssen. Die Ursache* ar in jedem Falle die Beschaffenheit des Wassers, und der Glaube, das destil-"rte Wasser sei immer ein reines Wasser, erwies sich als Irrthum.
Das Glycerin, welches einen Bestandteil der Injectionsftüssigkeit bilden soll,mil ss ein höchst reines sein. Im andern Falle kann es sehr nachtheilige Wir-kungen zur Folge haben. . „ . ., Die Substanzen, welche keine klaren Lösungen geben, wie z. B. viele Miracie,^Wen nicht filtrirt werden, vielmehr ist höchst reines Wasser zur Losung zuVerwenden und die Lösung durch ein Bäuschchen Glaswolle zu giessen.
Das Papierfilter erfordert eine Reinigung vor dem Filfriren und zwarWird es 2-3mal mit destillirtem Wasser gefüllt, und nach der Filtration derktzten Füllung wird zur Filtration der Injectionsflüssigkeit gescüntten.
Dass dergleichen Operationen in der Arzneitaxe einen Platz erhalten müssen und