Indicum.
571
stallen gewonnen, welche bei 115° C. schmolzen und bei 91° C. erstarrten. Esist unlöslich in Wasser, leicht löslich in Aether, Weingeist, den Alkalilaugen,Ammon, auch ist es geruchlos und fast geschmacklos. In Wasser mit etwas AlkaliJöst es sich zu einer stark blau fluorescirenden Flüssigkeit und wird daraus durchKohlensäure wieder ausgeschieden. Beim Schmelzen mit Aetzkali liefert es Resorcin,Buttersäure und Essigsäure. (Ausfuhrliches in den Ann. der Chem. Bd. 183, S.
Extractnm Imperatoriae wird aus dem klein geschnittenen Rhizom durch Dige-stion mit 60proc. Weingeist und Eindampfen des Auszuges bis zur derben Ex-raetconsistenz dargestellt. Es wurde bei Lithiasis, Nieren- und Harnblasen-eiden von einem französischen Arzte empfohlen und soll neben dem gleichzeitigen«ebrauch von Salzsäure die Stein- und Griesbildung sistiren. Folgende Pillen-inasse dürfte für diesen Zweck wohl geeignet erscheinen: Rp. Extracti Impera-oriae 20,0; Radieis Geutianae 15,0; Tragacanthae, Radicis Althaeae ana 5,0;Acidi hydrochlorici (1,124 p. sp.) 15,0; Lithii chlorati 5,0; Rhizomatis Impera-oriae q. s< jj. fiant pilulae ponderis 0,13. Lycopodio conspergantur. D. ad!trum. S. Täglich viermal je 4—5 Pillen mit Wasser zu nehmen.
Indicum.
Dem Indigblau giebt v. Sommabuga (chem. Centralbl. IX, 658) die For-mel C i 6 H 10 N 2 O 2 und dem Isatin die Formel C 16 H 10 N 2 O 4 .
Schon vor drei Jahren ist Bayer (München) die Synthese des Isatins ge-»en und eröffnete er damit den Weg zur Synthese des Indigblaus und zwar
dem Steinkohlentheer. Weitere Versuche ergaben, dass aus der Hydrindin-T^Dioxindol) und dem Amidooxindol unter Einwirkung von PhosphoroxychloridS 1 i P nor P en tachlorid sich Indigblau gewinnen lässt (Ber. d. d. chem. Ges. XI,p / )• Bayer hat den Gegenstand weiter verfolgt und ist heute an demfer \ an S e 'angt, durch künstliche Darstellung des Indigo die Cultur der Indigo-) »'«-Arten in Ostindien in Frage zu stellen.
Ueber die Synthese des Indigblaus nach dem BAYEii'sohen Verfahren, wel-^ es P a tentirt und der fabrikmässigen Ausbeutung übertragen ist, findet sich inpharm. Ztg. Nr. 3, 1881 eine übersichtliche Arbeit. Eine noch vollstän-Tjgere Uebersieht liefert die Chemiker-Zeitung Nr. 47, 1880. Eine kleine kurzeT ersieht gewährt eine Arbeit von Rosenstiehl im Archiv der Pharm. 1881,Ja nuarheft S. 73.
Ueber die Entstehung des Indigblaus lässt sich E. Sciiunck im Pharm.' 0l »'n. and Transact. 1879 und Ztschr. d. österr. Ap.-Ver. 1879 Nr. 34 aus.
Indigo wird in Gegenwart von Aetzalkali durch Glycerin in einer Wärme°n circa 110» C. reducirt (Pbud'iiomme). Werden 2g Indigo mit 125 CC.ein em starkem Glycerin von 1,239 spec. Gew. und mit 16,0 CC. Natronlauge° n 1,3298 spec. Gew. »/ 2 Stunde verkocht, so ist die Reduction des Indigosn der grünlichen Färbung der Flüssigkeit und an dem gleichzeitig auftretendencharakteristischen Gerüche derselben deutlich zu erkennen. Die Erklärung für«esen chemischen Vorgang findet sich in der von Dumas und Stas gemachtenBeobachtung, dass Glycerin durch kaustisches Natron unter Freiwerden von Was-p. rs . toff in essigsaures und ameisensaures Natron übergeführt wird nach derweichung: C 3 II 8 0., + 2NaIIO=C 2 II,0 2 Na+CHO,Na-f-H 4 . Wird das Kochen derFlüssigkeit länger'fortgesetzt oder 'die Temperatur der Flüssigkeit wesentlich er-höht, sq ■h,;,.^ ,i„„ Tv/i;.™ ninht Kinn ,.„,i„,,;,.t aimdorn sogar theilweise zerstört-
so wird der Indigo nicht blos reducirt, sondern sogar theilweise zerstört;