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Erg.-Bd. (1884)
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555
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Hydrogenium hyperoxydatum.

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activen Sauerstoffes bei 0° und 760 mm Druck. Die mit Salzsäure versetzte Lö-sung des Wasserstoffhyperoxyds wird mit einer bestimmten Lösung des Jodat-freien Kaliumjodids versetzt, nach der Reaction die Säure mittelst Kaliumbicar-bonats abgestumpft und das ausgeschiedene Jod mittelst Natriumhyposulfitstitrirt.

Aufbewahrung. Diese geschieht in Flaschen mit Glasstopfen unter Abhaltendes Sonnenlichtes und der Wärme. An einem Orte von höchstens +10° C.hält es sich wohl über ein Jahr hinaus, an einem kühleren Orte noch länger.Das Präparat gehört genau genommen zu den starkwirkenden Arzneikörpern undw äre desshalb abgesondert aufzubewahren.

Anwendung. Zu den Angaben auf S. 161, Bd. II des Handbuches wären och hinzuzufügen, dass man das Wasserstoffhyperoxydwasser bei Gelbsucht,Zuckerharnruhr, erschwertem Athmen in Folge von Herzfehlern,Keuchhusten, Rheumatismus, neben dem Gebrauch von Eisenoxyd auchbei Bleichsucht und Blutarmuth versucht hat, doch scheint ein eclatanterErfolg kaum erreicht zu sein. Da wo einige antidyspeptische Erfolge verzeichnetSlr >d, dürfte die Schuld der dem Mittel zugesetzten Säure anzurechnen sein.Als Verbandmittel bei purulenten und virulenter Wunden ist esJedenfalls zu empfehlen, dürfte aber durch Brom- und Chlorwasser vollständigUn d besser ersetzt werden.

Der RicuAitDSON'sche Ozonäther (Handb. II, S. 161) fand in zerstäubter*orm Anwendung bei putrider Expectoration, oder innerlich (0,51,0 drei- bisvierstündlich) bei Zuckerharnruhr.

Wasserstoffhyperoxyd ist nach Em. Schöne eine constanter Bestand-teil der Atmosphäre, daher auch Bestandteile der Regentropfen und des Hagels. j*& Schnee ist es in geringerer Menge, oft gar nicht vertreten. Je grösser dieRegentropfen, um so grösser der Wasserstoffliyperoxydgehalt. Hagek fand inuer Erdkruste Wasserstoffhyperoxyd, doch stets in weit geringer Menge alsUzon. An sonnigen Tagen scheint es in der Erdkruste nicht oder doch nur un-bedeutend, dagegen bei bedecktem Himmel oder bei feuchter Witterung stark ver-treten zu sein. Ozon war jedoch immer vorwiegend. Vergl. Oxygenium.

Aus Em. Schöne's umfangreichen Forschungen lässt sich annehmen (Ber.d - d. ehem. Ges. .Tahrg 11, S. 482, S. 561 und S. 874), dass im Winter dieLuft am ärmsten an Wasserstoffhyperoxyd ist, der Gehalt daran mit der Tages-temperatur steigt, im Juli am grössten wird, dann wieder allmählich abwärts gehtund im Januar am geringsten ist, dass in den unteren Erdschichten der Wasser-stoffhyperoxydgcbalt um so mehr zunimmt, je höher der Stand der* Sonne überdem Horizont ist.

v. Babo bestätigt (Tagebl. der Naturforscher-Vers. 1879), dass bei raschenund starken Oxydationen die Bildung von Wasserstoffhyperoxyd, aber nicht diedes Ozons stattfinde.

Wasscrstoffliyperoxyd und seine chemischen Verbindungen ist dieüeberschrift einer Arbeit Em. Sciiüne's in den Annalen der Chemie 193, 8. 241(ph. Centralh. 1878, S. 487), des Ergebnisses einer bedeutenden experimentativenUntersuchung. Aus derselben sei erwähnt:

In Betreff des Verhaltens des Wasserstoffsuperoxyds zu Alkalien fandet mandie Angabe der Darstellung des Natriumsuperoxydhydrats aus Wasserstoffsuper-oxyd und Natriumbydrat. Dieselbe gelingt durch Abdampfen einer gemischtenLösung von Wasserstoffsuperoxyd (mit 34 p. c. H 2 0 2 ) und Natronhydrat (10P- c. NaHO) im Vacuum oder durch Versetzten der gemischten Lösung mit dem