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Erg.-Bd. (1884)
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Granatum. Punicin. Pelletierin.

Wirkung und Anwendung. Die Granatrinde ist ein hervorragendes Adstrin-gens, dessen eigentlicher parasitieidischer oder Bandwurm abtreibender Bestand-theil noch nicht mit aller Sicherheit erkannt ist. Es scheint doch, als müsseman einen Theil der bandwurmtreibenden Wirkung dem Gerbstoffgehalt zu-schreiben, denn das Extract aus sehr alter Kinde erwies sieh in den Fällen, inwelchen es in Anwendung kam, jedesmal wirksam (Hager), während von einigenSeiten berichtet wurde, dass das aus guter Hand bezogene Punicintannat sichwirkungslos erwiesen habe.

Extractirai Granati corticis radicis wird nach der Französischen und Oester-reichischen Pharm, mittelst 68 proc. Weingeistes (Spiritus Vini dilutus) dargestellt.

Punieinmn, Pelletierinnm. Vergl. Handb. (Suppl.) Bd. II, S. 1341 u. 1342-Die Formel wurde angegeben zu C 8 H 13 NO und für das krystallisirte sogar dieFormel C 9 H 15 N 3 0 +4H 2 0.

Da es von jeher Gebrauch war, besondere chemische Stoffe der Pflanzenmit Namen zu bezeichnen, welche dem Namen derjenigen Pflanze entsprechen, inwelcher sie aufgefunden werden, so gab Hager dem von Tanret entdecktenAlkalo'id der Kinde der Punica Granatum den Namen Puniein (ph. Central-halle 1878, S. 250); er hat diesen Namen auch im Handb. der ph. Praxis (B""II, S. 1341) oben angestellt und den Namen Pelletierin als synonym ver 'zeichnet. Wie man ersieht, so hat Prof. Dr. F. A. Falck zu Kiel (Archiv derPh. 1879, 3. Reihe XIV. Bd., S. 528), Hager's Vorgehen nicht kennend, denNamen Pelletierin ebenfalls für einen sehr unpassenden erklärt, einmal ausdemselben Grunde, welcher für Hager maassgebend war, dann aber auch wege*der Benennung von etwa aufzufindenden besonderen oder alkaloidisehen Stoffe 0in Arten der Pelletiera, einer in Südamerika einheimischen Pflanzengattung-Trotz dieser sachgemässen Mahnung wird in Deutschland immer noch (1881) J*dem Namen Pelletierin festgehalten. Es ist zu bedauern, wenn Deutsch 0Aerzte und Pharmaceuten keine Neigung zeigen, sich von ausländischer Atop iefrei zu machen, dass besonders die Herausgeber medicinischer und pharmaceuti-scher Zeitschriften über das Atopische des Namens Pelletierine unbekümm erhinweggehen.

Diese 4 Alkalo'ide sind sämmtlich flüchtige, das eine (Pseudopunicin) ist i eS 'die drei anderen flüssig. Behufs der Abscheidung wird (nach Tanket) der s * ltGranatrindenauszug (A) mit überschüssigem Natriumbicarbonat und Chlorotogeschüttelt. Aus der Chloroformlösung erlangt man durch Zusatz von verdünnSchwefelsäure eine Lösung der Sulfate des Metl-.ylpunicins und f 8e ^ . i^punicins. Dann versetzt man jenen Auszug (A) mit Kalilauge und schümit Chloroform aus, welches das Punicin und Isopunicin aufnimmt.

Punicin, 0-Punicin, Pelletierin (C 8 H 15 NO). Die Sulfatlösung **über Schwefelsäure eingeengt und die daraus erlangte trockne Masse auf euDoppellage Fliesspapier der Luft ausgesetzt. Sie zerfliesst theilweise. Die bbenden Krystalle sind Punicinsulfat, der zerflossene Theil ist Isopunicinsu(/S-Punicinsulfat). Zur Abscheidung des freien Alkaloids zersetzt man das ou ^mit Aetzkali, trocknet über Aetzkali aus und destillirt bei niederem P ruC ^ 0(im luftverdünnten Räume), weil es sich siedend unter gewöhnlichem Dmschnell verändert. ^ er

Das reine Punicin ist farblos (gewöhnlich blassgelb), flüssig, ölähnlich, a»Luft unter Absorption von Sauerstoff dunkelfarbig werdend, von gewürzhatt- ^kotischem Gerüche, bei gewöhnlicher Temperatur verdunstend und daher mit ^säuredämpfen in Berührung Nebel bildend. Es liefert sehr hygroskopische ^Spec. Gew. 0,988 bei 0°. Es löse sich bei gewöhnlicher Temperatur io