Gossypium. Gewebefaser-Bestimmung.
497
Faser gelöst, die vegetabilische nicht, Leinen und Baumwolle quellen an undwerden gelblich, Hanf und Dschute werden braun. 3) Peesoz's Zinkoxychlorid-wsung (Handb. II, S. 39). Die Unterscheidung von Wolle, Leinen und Baum-wolle wird auch beim Anzünden der Fäden an einer Weingeistflamme erreicht< L c. S. 39).
Behufs Bestimmung der Wolle und Baumwolle verfährt K. J. Bayer(Ztschr. f. analyt. Chem. 1876) in folgender Weise:
Es werden 0,6g Garn lufttrocken gewogen, bei 100° getrocknet und der
euchtigkeitsgehalt bestimmt, sodann in einem trockenen Gefässe mit etwa 20L(j - eines Gemenges von 4 Vol. conc. Schwefelsäure und 1 Vol. Wasser Über-gössen und 12 Stunden, unter öfterem Umrühren, stehen gelassen. Dann giebt
a n die Wolle nochmals in die gleiche Menge derselben Schwefelsäure und lässt
"errnals 5 Stunden stehen, worauf sicher alle Baumwolle gelöst ist.
Alsdann wird die Flüssigkeit mit etwa der dreifachen Menge Wasser und
oensoviel Weingeist verdünnt und filtrirt. Der Rückstand auf dem Filter wird0 lange mit heissem absolutem Weingeist ausgewaschen, bis dieser farblos ab-a uf't. Wird nun mit kochendem Wasser bis zum Aufhören der sauren Reaction
achgewaschen, so bleibt nur Wolle, noch wenig gefärbt, zurück. Dieselbe wird
e ' 100 ° getrocknet nach Abzug von 2 Proc. als reine Schafwolle in Rechnung6. rächt. Dieser Abzug beruht darauf, dass Wolle beim Behandeln mit Schwefel-
Ur e um 2 Proc. zunimmt. Zur Berechnung der Baumwolle nimmt Bayer bei° . ar bten Garnen 3,5 Proc. Farbstoff an. Es ist wohl daran zu erinnern, dass
1 Gegenwart der Seidenfaser dieser Prüfungsmodus nicht anwendbar ist (Hand-
q »etillard hebt in seinen mikroskopischen Untersuchungen der Fasern den
erschnitt und das Verhalten gegen Jod und Schwefelsäure hervor. Das Object
(1 [% 6rSt m ^ Jodjodkaliumlösung genässt, dann mit verdünnter Schwefelsäure
8 , äure ) 2 Wasser, 2 Glycerin). Diese Reaction ist im Folgenden mit Jod-
We felsäure-Reaction zu unterscheiden.Mit T^ deinenfaser ist im Durchmesser gleich, nur die Enden laufen spitz zu.ji„ ° chwefelsäure nenmen s ' e ß i ne hlaue oder eine der Weinliefe ähnliche
ung an, während der innere Kanal gelb ist. Der Querschnitt bildet Poly-ö ne ' ist blau und in der Mitte gelb.
2 ) Hanf. Jede Faser besteht aus mehreren, und jede der Theilfasern ist
einer dünnen, mit Jod sich gelbfärbenden Masse umschlossen. Die Hanffasersu , . c ^ er . un( l weniger glatt als die Leinenfaser, die Enden sind dick, kurz und]j a1 *lrormig. I n der Jod-Schwefelsäure-Reaction färbt sie sich blau oder grün-M'tt - U und <*er Querschnitt ist blau mit gelbem Rande, hat also in der* e keine gelbe Färbung wie an dem Querschnitte der Leinenfaser in derselben
v on
^action.
de ■ ^ aum wolle. Die Faser ist um sich selbst gewunden, bandartig, anjj ß ljän gsrändern eingerollt, in der Mitte gefaltet. Die Enden sind breit, derj, ana ) ' st in der Mitte. In der Jod-Schwefelsäure-Reaction färbt sie sich blau.an er Verschnitt, welcher mehr nierenförmig ist, färbt sich blau mit gelben Flecken
der Innen- und Aussenseite.
ga 4) Dschute (Jute, Corckorus capsularis Link.) Die Fasern hängen fest zu-
' romen und sind schwer zu trennen, übrigens auch nur bis zu 0,5 Ctm. lang. Sie
ab en flache abgerundete Enden, wollige Ränder, in der Mitte einen weiten, un-
6 eichen, leeren Kanal und färben sich mit Jod-Schwefelsäure d u n k e 1 g e 1 b, auf dem
Verschnitte aber, welcher Polygone mit geraden Seiten bildet, färben sich die
Ha get, Pharm. Praxis. Suppl. 32