Druckschrift 
Erg.-Bd. (1884)
Entstehung
Seite
479
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Enden zu etwas glatter, hier und da mit Narben von abgestossenen Wurzel-iasern gezeichnet. Auf dem Querschnitt zeigen die Wurzeln eine sehr dünne,gelbbraune, dem Holze anliegende Kinde und ein gelbes, von weisslichen Mark-Wahlen durchzogenes Holz, aber kein Mark. Die oberen dickeren Endeu derWurzeln lassen auf der Querschnittfläche in Stelle des Markes oft einen mit der^upe erkennbaren Punkt erkennen.

Die dickeren faserigen Wurzeln haben mitunter hier und da scharfe oders Pitze fühlbare Hervorragungen, wohl von Wurzelfasern herrührend. Der Quer-schnitt ist gleich dem der Wurzeln.

Der Geschmack der Wurzel, besonders der Rinde ist etwas bitter. Geruch* Wenig vorhanden. Er tritt in der Tinctur mehr hervor und zwar an SenegaUn ^ grünen Thee erinnernd (Holmes).

In den Handel kommen die Wurzeln mit den Rhizomen, auch wohl nur

le Wurzeln mit den dünnen Rhizomstücken. Ein Theil kommt nach Deutschland,

^gen Raumersparung für die Verpackung, im geschnittenen Zustande. Letztere

/"aare igt allerdings keine gute Qualität, weil sie auch die Beimischung von

We igen des Strauches zulässt. Die stark narkotische Beschaffenheit der Waare

">acht d cil Einkauf der ungeschnittenen, also der ganzen Wurzel zur Nothwendig-

eit ; denn nur dies giebt dem Pharmaceuten Sicherheit für die Echtheit und

ßmheit der Waare. Zuweilen kommt sie ganz in 5 15 cm langen Stücken,

er durch Pressung auf einen geringen Raum beschränkt, in den Handel. Die-

Waare sind nicht selten Zweigstücko beigemischt. Die Zweigstücke

ussen beseitigt werden. Man erkennt sie an der aus dem Schwinden des

T, es entstandenen Höhlung und den beim Durchbrechen hervortretenden langen

"astfasern.

, ° e standtheile sind: Gelseminin (circa 0,1 Proc), ein sehr giftiges Alka-> ferner Gelseminsäure (circa 0,04 Proc), welche krystallisirbar ist und

ist ^v ösun g en stark blau fluoresciren. Nach neueren Untersuchungen Robbinsfliese Säure ein Glykosid und mit Aesculin identisch. Robbins fand als

na vf 16 "*? es ^ an dtheile Harz, wenig Fettsubstanz und eine geringe Menge eines

j Cajaputöl riechenden kampherartigen Körpers. In den Markstrahlen und-nolzparenchym findet sich Stärkemehl, nicht aber im Rindengewebe. In denle ngelstücken findet sich etwas Gerbstoff (Vogl).

Anwendung und Wirkung. Nach Holmes wirkt Gelsemium zunächst auf

a| rn und Rückenmark, dann auf das Athmungssystem und das Herz. Die Be-

sclf- 1I1 " SUeiVei1 de8 Auges werden zuerst angegriffen; die fixirten Gegenstände

öfl . emon zu schwanken, die Augenlider sind wie gelähmt und nicht mehr zu

en > die Pupillen bleiben erweitert; die Empfindlichkeit der Zunge wird abge-

' m Pft, das Sprechen erschwert und schleppend, und die Glieder erlahmen. Der

^«Is steigert sich auf 120130 Schläge per Minute, ist schwach, aber regel-

P Sm g; das Athmon wird beschwerlich, das Bewusstsein leidet aber keine Störung.

ese Symptome dauern vom Beginn des Einnehmens an anderthalb Stunden.» , Au ch die physiologischen Untersuchungen von Bartholon, Ringer und<*Gn haben ergeben, dass das Gelsemium sempervirens ein directes Rücken-ark gift ist, vielleicht in geringem Grade auch die motorischen Nerven afficirt.Dr. Spencer Thomson empfiehlt auf Grund zahlreicher Erfahrungen dieei -M- neuester Zeit in die Praxis eingeführte Tinctura gelsem. sempervir. alsn Mittel, welches rasch beschwichtigend bei neuralgischen Affectionen des Tri-semmus und ganz besonders der Nervi dentales wirkt. Die Schmerzen verschwin-ze'V 0 ra8ch ' da88 die Leidenden die Wirkung geradezu als zauberhafte be-nennen. Thomson meint, dass von den Aerzten in der Regel zu kleine Dosen