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Erg.-Bd. (1884)
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Fungus Seealis (Anwendung).

Sachen haben, wie dies Hager durch Experiment klar nachwies (ph. Centralh.1879, 385). In der pharm. Ztg. 1880, Nr. 19 fand sich folgende Charakteristikdieses Präparats:

Dr. Max Stumpf in München hat mit der Sclerotinsäure (von Witte inRostock bezogen) bei einer grossen Anzahl von Fällen therapeutische Versucheangestellt. Das Mittel wurde in Form subcutaner Injectionen vorwiegend ange-wendet und zwar bis zur Concentration von 2 : 10 bis 5 :10 Wasser. Von 194Injectionen waren 95 ohne locale Reaction mit Ausnahme eines sehr heftigenSchmerzes, vorübergehender, aber längere Zeit dauernder Schmerz mit Röthung derHaut in 73 Fällen, Bildung von Infiltraten in 21 Fällen. Versuche, die Schmerzhaftig-keit durch Morphin herabzusetzen, waren resultatlos. Die Einzeldosen wurden bisauf 0,06 subcutan erhöht. Die Erfolge waren recht günstig, namentlich bei Uterus-blutungen und Darmblutungen. Bei Lungenblutungen ergab sich kein Erfolg»wenn es sich um vorgeschrittene Zerstörungen des Parenchyms handelte. In einemFalle von Bronchialblutung ohne nachweisbare Lungenerkrankung war die Wir-kung günstig. Auch Verkleinerung eines Myoms und Einleitung des Abortusbei einer Frau, die mit Uterusmyomen behaftet war, wurde beobachtet. Es gehtdaraus hervor, dass das Präparat die wirksamen Bestandtheile des Seeale cor-nutum enthält, und dass sein Vorzug darin liegt, dass es ein einfacher, von alle"unwirksamen Beimengungen befreiter Stoff ist, der zu subcutanen Injectionen ein 8genügend kräftige Dosirung gestattet. Leider erschwert der hohe Preis und diegeringe Haltbarkeit die Anwendung des Mittels.

Als stärkste subcutane Dosis ist 0,2, als subcutane stärkste Tagesdosis 2,0 an-zunehmen. Auch die interne Dosis dürfte sich dieser Angabe ansehliessen. D a9Natriumsclerotinat ist in 1 j i taal höherer Dosis als die der Sclerotinsäure an-wendbar. Nikitin schätzt zwar die letale Dosis der Sclerotinsäure für den Mensebenauf 10,0g ab, dennoch gebietet die Vorsicht, diese auf 3,0 zu reduciren. D er 'selbe erkannte in 0,2 die kleinste Dosis, welche noch Uteruscontractionen be-wirkt. Zum internen Gebrauch hält er das Natriumsclerotinat am geeignetsten-

Auffallend ist, dass Dr. R. Kobert (Gynäkol. Centralbl. IH, S. 10, 1879)der Sclerotinsäure all und jede Wirkung des Mutterkorns abspricht. Er könnt 0weder mit der gekauften, noch auch mit einer speciell und sorgfältig hergestellte 0Sclerotinsäure irgend einen Heilerfolg, überhaupt eine Mutterkornwirkung erziei e0 ;Die Wirkung bei Thieren, wie sie Nikitin referirt, beobachtete er ebenfalls, " eMenschen erwies sich das Mittel wirkungslos.

Die WENZELL'schen Alkaloide (Ergotin, Ecbolin) hat HaldMAH*physiologisch an Warm- und Kaltblütern versucht. Derselbe fand, dass sie b 0sonders auf Circulation und Respiration wirken, die Temperatur steigern, etwa,mydriatisirend wirken, die Reflexthätigkeit herabsetzen und dass die Wirkung nTCdurch Contact, sondern durch Vermittelung des Kreislaufes erfolgt, wobei Ergo ischneller, Ecbolin aber energischer wirkt, dass die Alkaloide endlich die Utercontractionen nicht oder nur schwach anregen, somit also nicht Abortus velälassen. Bei Ergotin treten Störungen im Athmungsvorgange, bei Ecbolin dagegim Kreislaufe Veränderungen auf.

Das Extract oder Ergotin hat sich als Specificum gegen Haemorrhagiejeder Art erwiesen. Blutbrechen wird damit bald* beseitigt, doch ist ^ochj 1mehrtägiger Nachgebrauch des Mittels nöthig. Legendre hat es auch mit Er °gegen Galactorrhoe angewendet. _ %u

In Betreff der hypodermatischen und entoparenehymatischen Injectionen is ^beachten, dass die Flüssigkeit völlig klar sei. Alle 24 Stunden ist sie friscn ^bereiten oder zu filtriren, gleichviel welches Präparat in Anwendung k orD ,Glycerin in der Injectionsflüssigkeit gewährt meist die Aussicht auf Schmerz