Druckschrift 
Erg.-Bd. (1884)
Entstehung
Seite
418
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

418

Ferrum. Wasserstoff-Eisen.

Präparat dieser Fabrik ist ein sehr reines, während die aus Frankreich bezogenenPräparate auch nicht in einem einzigen Falle genügten.

Chemie und Analyse. Scheidung des Eisens in Erzen. Die das Eisenbegleitenden Metalle können sein: Mangan, Nickel, Kobalt, Kupfer, Vanadin, Titan,Wolfram, Chrom. Behufs der Scheidung wird das Erz oder Metall mit Königs-wasser oder mit Salzsäure und Kaliumchlorat behandelt und die filtrirte Lösung mitAetzammon gefällt. Im Rückstände verbleiben hierbei Titan und Wolfram, imNiederschlage neben Eisen Chrom und Vanadin, in der vom Niederschlage ge-sonderten Flüssigkeit Kupfer, Kobalt, Nickel, Mangan. (Terreil.)

Wasserstoff eisen, hydrogenisirtes Eisen. Es haben E. Hughes und CiiandlerRoberts die sehr wichtige Beobachtung gemacht, dass Eisen und Stahl durchLiegen in verdünnten Säuren oder im Contact mit denselben in ihrer Masse eineLockerung erfahren, an ihrer Härte und Festigkeit Einbusse erleiden und zer-brechlich werden. Diese Lockerung der Massentheilchen soll ihren Grund inder Aufnahme des Wasserstoffs in statu nascendi haben. Der Wasserstoff scheiß' 1die ganze Masse des Eisens zu durchdringen, und selbst dicke Eisenstäbe wordenin gleicher Weise angegriffen wie dünne Stäbe. Die Zerbrechlichkeit ist einedauernde, wird aber durch Erhitzen bis zur Rothgluth wieder beseitigt. Dasdurch den Contact mit verdünnten Säuren in seiner Masse veränderte Eisen nenn*man hydrogenisirt.

Pyrophorisches Eisen. Zur Darstellung desselben dient Eisenoxalat, welch 1 *im Wasserbade gut auszutrocknen ist. Es wird damit ein Glaskölbchen zu /sgefüllt und langsam erhitzt, bis es in eine lockere schwarze Masse verwandenist. Das noch heisse Gefäss ist sofort dicht mit Kork .zu schliessen.

Erhitzt man nach Prof. R. Boettger oxalsaures oder weinsaures Eisenoxydiuin einem kleinen, mit engem Halse versehenen Glaskölbchen bis zu ihrer gänzlic' 10 ' 1Zersetzung und verschliesst dann das Kölbchen mit einem gut passenden £<"*>so erhält man einen sammetschwarzen pyrophorischen, die Magnetnadel st* 1 *afficirenden Rückstand, der nach vollständigem Erkalten, in die Luft ausgeschÜt"tet, sich von selbst entzündet und sich in rothes Eisenoxyd verwandelt. "'schwarze, bei Zerlegung des weinsauren Eisens resultirende Masse besteht » u 'einem Gemisch von feinzertheilter Kohle und Eisenoxyduloxyd, während dieOxalsäuren Eisens nur aus Eisenoxyduloxyd zusammengesetzt ist.

Der MAGNUs'sche Pyrophor ist ein durch Wasserstoffgas bei massigHitze in Oxydul übergeführtes Eisenoxyd.

Ferro-Kalium oxalieum, Kalium oxalicum ferrosiini, Kaliumfcrrooxalat (C-i&fi*C 2 Fe0 4 + H 2 0) wird durch Mischung einer conc. Ferrosulfatlösung mit soviel ein -conc. neutralen Kaliumoxalatlösung erzeugt, bis der anfänglich entstandene Niea eschlag in Lösung übergegangen und eine dunkel rot he Flüssigkeit entstanden ' s ^

Diese Lösung ist ein mächtiges Desoxydationsmittel, ähnlich der kaiischePyrogallussäurelösung. Aus den Haloldverbindungen des Silbers, den Kupi e ^salzen mit schwachen Säuren scheidet sie Metall aus, Berlinerblau verwandelt sin weisses Kaliumferroeyanid, Endigoblau in Indigoweiss (J. M. EdER).

Durch Bildung dieses Salzes und seine reducirende Einwirkung auf ° , üsalz (nach der Gleichung 2FeO+Ag 2 0=Fe 2 0 3 + 2Ag) lässt sich Ferrooxyd nebeFerrioxyd leicht und schnell bestimmen (Eder, L. Mayer).

Das Rosten des Eisens in Dampfkesseln zu verhindern. ZusaninieSetzung der A n ti kesseis tei n mi ttcl. Aug. Wagner stelle über diesGegenstand Versuche an (DiNGLJEB's Jotirn. Bd. 218), um den Einlluss der zur