Crocus. Prüfung des Safrans.
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Croein ist sowohl als Synonym des Polychroiits (Gardenin, C^H^O«)als auch des Crocetins, des Spaltungsproductes aus dem Polychro'it, angewendetworden. Das ätherische Oel des Safrans ist dem Carvol isomer (C 10 H 14 O) undbis zu 1,4 Proc. im Safran enthalten.
Prüfung. Vergl. Handb. Bd. I, S. 954 und 955. Im Handel sind zweiArten Safran oder vielmehr zwei Substanzen zu unterscheiden, welche den NamenSafran führen, welche aber der gebildete Kaufmann und der Apotheker als SafranUnd Safransurrogat unterscheiden. Gelegentlich der Kritik eines Buches überUntersuchung der Lebens- und Genussmittel bemerkte Hager (pharm. Centralh.!878, S. 466):
„Safran reiht der Verf. den Gewürzen an, erzählt nur von dem Safran, wieer in den Apotheken gehalten wird, lässt aber das Safransurrogat, welches (inkleinen Holz schachteln) unter dem Namen Safran durch ganz Deutschland,Oesterrcich und auch in der Schweiz von dem gemeinen Manne als Speisefarbe be-nutzt wird, ganz unerwähnt. Hier kommt der eigenthümliche Fall vor, dass dentarnen „Safransurrogat" nur der Kaufmann, das Publikum aber nur den Namen»Safran" gebraucht, dass letzteres, wenn es den Safran als Medicament (z. B.unter Breiumschläge für kranke Brustdrüsen oder wohl gar als Mittel zum künst-u< *en Abortus) gebrauchen will, den Safran in der Apotheke oder unter demNamen „echter Safran" zu kaufen weiss. Dem Publikum ist jenes SurrogatSafran, und der Safran (Crocus) echter Safran."
In Rücksicht auf die Verirrungen chemischer Sachverständiger, welche inde n Jahren 1876 — 1879 mohrfach an die Oeffentlichkeit traten, glaubte Hagerden Gegenstand nochmals zu besprechen (pharm. Centralh. 1879, S. 163):
Safran, die getrocknete Narbe der Blüthe des Crocus sativus, ist genaugenommen kein Genussmittel und kein Gewürz, wurde aber von je an als einFarbstoff für Speisen und Backwerk gebraucht, von welchem der gemeine MannSJaubt, dass er ein Gewürz sei. Da beim Safran für den Hausgebrauch es nurau f die Farbe ankommt, Geruch und Geschmack desselben ganz unwesentlich* ln « und auch in den Genussmitteln wegen zu starker Verdünnung nicht zur Er-kennung kommen, der Safran endlich eine sehr theure Waare ist, so lag es nahe,lr gend ein Surrogat zu schaffen, welches nicht nur weit billiger ist, sondern auchden Zweck des Gelbfärbens der Genussmittel vollständig erreichen lässt. Es ent-fanden daher vor ungefähr 70 Jahren in Augsburg, später auch in Hanau hafran-f abriken, d.h. Laboratorien, in welchen man ein Safransurrogat darstellte und auswelchen dieses unter dem Namen Safran in den Handel gebracht wurde. Diesgeschah keineswegs in strafbarer Weise, denn der Fabrikant bezeichnete diesesSafranpulver mit dem Namen chemischer Safran, und gestand er, dass eskünstlich dargestellt sei, es aber auch Safran enthalte. Dieses Präparat, welches™ den zusammengesetzten Genussmittelu zählt (vergl. S. 177), hat sich inDeutschland eingebürgert, und erhält der Consument für 10 Pfennige ein Schach-telchen mit circa 1 Gramm eines rothen Pulvers, welches allein zum Färben derSpeisen und des Backwerkes Verwendung findet. In neuerer Zeit unterlassenes viele Fabrikanten nicht, den Schachteln eine Etiquette mit Safran Surro-gat aufzukleben.
. Dieser chemische Safran ist eine für die Küche höchst praktische Erfindung,denn für wenig Geld erhält man ein Pulver in einer Schachtel, welches denZweck der Färbung besser und leichter erreichen lässt, als wahrer batran. Zwei-tens hat sich dieses Präparat eingebürgert, an welchem nur häutig zu tadelnwä re, dass die Schachteln nicht mit der Etiquette „chemischer Safran" oder«Safransurrogat" versehen sind, um gegen die Unerfahrenheit mancher Chemiker