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Calcaria phosphorica. — Calcaria sulfürica.
entflammen. Wird sie allmählich erwärmt, so wird sie bei ca. 135° undurch-scheinend und zersetzt sich dann plötzlich bei ca. 140° unter Bildung eines rech-lichen Rauches. Sie ist geruchlos und wird durch Reibung nicht electrisch.Das Cellulo'id lässt sich leicht bearbeiten und sehr schön poliren; man stelltdaraus u. A. Billardkugeln, Schirmgriffe, Gebisse, Gaumen, Kämme, Spiel-sachen etc. her; durch verschiedene Zusätze kann man Nachahmungen von Bern-stein, Korallen, Malachit, Lapis, Lazuli, Ebenholz und Elfenbein herstellen. DasCelluloi'd ist unlöslich in Wasser, daher für Gegenstände der Hauswirthschaft,wie Messergriffe, Bürstenrücken etc., verwendbar. Angeblich ist es in Säurenunlöslich, doch hat Clouet gefunden, dass es durch concentrirte Schwefelsäurezwar nicht unmittelbar angegriffen wird, wohl aber allmählich auch in der Kältesich darin auflöst; nach 36 Stunden hatte sich ein Stück vollständig ohne Rück-stand gelöst. Schon seit seiner ersten Entdeckung wurde das Cellulold zu chirur-gischen Apparaten, Bruchbändern, elastischen Gürteln etc., sowie zu künstlichenGebissen verwendet. Der Preis der rohen Masse beträgt 6,50 Mk pro 1 kg.
Calcaria sulfürica.
BEELv'sche Gyps-Hanf-Schienen für chirurgische Zwecke (Langenbeck's Archivfür Chirurgie XIX). Von Dr. Beely ist in neuerer Zeit eine Methode angegeben,für chirurgische Zwecke „Schienen", d. h. rinnenförmige Stütz-Apparate, für dieExtremitäten des Körpers zu construiren, die sich dadurch auszeichnen, dass daszu ihrer Herstellung erforderliche Material sehr wohlfeil und die Technik derBereitung ebenso einfach als mühelos ist. —
Das Material zu diesen Schienen besteht nur aus gehecheltem Hanf, ge-branntem Gyps und Wasser. — Man theilt den Hanf in schmale Bündel, welche,locker hingelegt, etwa 3 bis 4 cm breit, 1 cm dick sind, zusammengedreht kaumKleinfinger-Dicke haben; ihre Länge differirt je nach der Länge der einzelnenFasern zwischen 40 und 60 cm.
Nun wird aus circa 4 bis 5 Raumtheilen Gypspulver und 4 RaumtheilenWasser ein gleichmässiger Brei angerührt; man taucht ein Bündel nach dem an-dern hinein, wobei man aber darauf zu achten hat, dass der Brei auch zwischendie einzelnen Fasern eindringe, streift den Überflüssigen Brei durch Hindurch-ziehen der Bündel zwischen den Fingern ab und legt nun diese Gypshanfstreifenparallel dicht neben einander, oder so, dass sie sich zum Theil noch decken. —5 bis 7 Hanfstreifen genügen für eine solche, 1 cm dicke, die halbe Circumferenzdeckende Schiene am Unterschenkel. — Sind die Gypshanfstreifen länger alsdie beabsichtigte Schiene, so werden die Enden abgeschnitten oder einfach um-geschlagen. —
Trägt man jetzt noch etwas Gypsbrei auf und streicht denselben glatt, sohat man in der sehr soliden Schiene, welche vermittelst einer Rollbinde an derExtremität befestigt wird, zugleich einen getreuen Abguss des Körpertheils, überwelchem die Schiene angelegt war. Will man sich einen solchen Abguss vonder Form einer ganzen Extremität schaffen, so hat man zwei solche Schienen zubereiten, von denen eine die Streck-, die andere die Beugseite deckt.
Die Erstarrung des mit Wasser angerührten gebrannten Gypses kann durchZusatz von Kaliumsulfat so beschleunigt werden, dass das Ausgiessen des GypS-breies kaum möglich ist (Schott).