Druckschrift 
Erg.-Bd. (1884)
Entstehung
Seite
169
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Butyrum. Prüfung der Butter.

169

eines Controlversuches ohne Hinzuthun eines Fettes, und muss derselbe ein säure-freies Destillat ergeben.

Die Menge der verbrauchten CO. Kalilauge schwankte bei 17 untersuchtenechten Butterfetten zwischen 27,0 bis 31,5 und betrug im Mittel 28,76, bei 35anderen Butterfetten zwischen 26,6 bis 31,8, und betrug im Mittel 28,79, während^» s Mittel aus allen 52 Untersuchungen zusammen 28,78 gefunden wurde. Bei«esen 52 Untersuchungen wurden 35 Mal zwischen 28,0 bis 30,0 CC. verbraucht.*« lässt sich nicht die Gesammtmenge der flüchtigen Fettsäuren des Butterfettesdurch die Destillation mit Wasser gewinnen, wie auch schon Hehnek angegebenüat ; doch geht bei gleichen Mengen Butterfett und gleichen Mengen Flüssigkeitstets dieselbe Menge flüchtiger Säuren in das Destillat über, was Controlanalysen,deren Resultate höchstens um 0,4 CC. differirten, bestätigten. Gleichgültig istes > ob das zu untersuchende echte oder verfälschte Butterfett im frischen oderstark ranzigen Zustande zur Untersuchung gelangt; denn als 2 Fettproben, eineechte und eine sogen. Sparbutter (Oleo - Margarm - Kunstbutter), im frischen Zu-stande und dann nach 6 Wochen langem Liegen bei Zimmertemperatur, im starkranzigen Zustande zur Untersuchung kamen, wurde im letzteren Falle blos 0,3und 0,4 CC. Kalilauge weniger verbraucht, eine Differenz, welche innerhalb derFehlergrenzen liegt. Dieser Versuch zeigt gleichzeitig, dass beim Ranzigwerdender Butter nicht flüchtige Fettsäuren gebildet werden. Auch eine starke Er-hitzung des Butterfettes beeinträchtigt den Gehalt an Säuren nicht.

Die Anzahl der verbrauchten CC. t/io-^ 0* 11 -Kalilösung nimmt, wie auchReichert fand, proportional dem steigenden Gehalte der Butter an fremden Fettenj~>d lässt sich demzufolge zur Berechnung des Gehaltes an reinem Butterfette* ie bormel B a (n V) benutzen, wobei B die Procente reines Butterfett,? le Zalü der verbrauchten CC. Zehntel-Normallauge, a und b Constanten be-eilten. Unter Zugrundelegung der von dem Autor nach der modificirten Methodeernaltenen Mittelzahl 28,8 CC. für reines Butterfett und 3 CC. für andere Fette3K7c man aUS obiger Formel ft* -B = 0, 6 =. 8 und für B = 100, aOl t' Dlllcü Substitution der für a und b gefundenen Wevthe ergiebt sich dieweichung B = 3,875 (n 3), d. h. man findet den Procentgehalt eines Fettes0 vt nem ^^erfette, indem man die um 3 verminderte Anzahl der verbrauchtenMibikcentimeter Zehntel-Normallauge mit 3,875 multiplicirt.

Was nun die Beurtheilung anbelangt, ob eine, Butter oder ein Butterschmalzverfälscht sei, so lässt sich nach den mitgotheilten Untersuchungen folgern, dassein Butterfett, dessen Destillat 27 CC. Zehntel Normal-Kalilauge und darüber zurNeutralisation erfordert, unbedingt unverfälscht ist; 27 bis 26 CC. sind zwarverdächtig, doch noch nicht zu beanstanden. Was aber unter 26 verbrauchtwird, deutet auf Verfälschung. Die Resultate aus dieser Prüfungsmethode gehen80 m 't denen aus der HEHNER'schen Methode ziemlich parallel.

Werden 89 Proc. der unlöslichen oder nicht flüchtigen Fettsäuren als Nor-mativ für r e i ne Butter aeeeptirt, so sind Fälle möglich, dass Beimischungen vonSchweinefett bis zu 35 Proc. nicht durch die HEHKEs'sche Methode erkanntwerden können. Bei Messung der flüchtigen Säuren scheint dieses Quantum bisauf 15 Proc. zurückzugehen und verdient vielleicht nur desshalb die Reichert-sehe Methode den Vorzug.

Butter, Ostpreussische soll ein Gemisch sein aus 100 Th. Isländisch-Moos-^allerte, 200 Th. Butter mit Orlean selb gefärbt. (Jul. Post, Analyt.)

Butterfarbe aus Paris. Ein Gemenge von 40 Proc. Chromgelb und einem durchUrlean gefärbten Fett. (Flückiger und Weil.)