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Blatta.
Fig.
Seitenumfange. Die Beine sind an Schenkeln und Schienbeinen mit vielen feineneingelenkten beweglichen Dornen besetzt. Die Tarsen (Püsse) sind 5-gliederigmit zwei starken Klauen. Das Weibchen legt von April bis August im Ganzen48 Eier, je 16 Eier in zweireihiger Gruppirung von einer pergamentartigen
1,3 Ctm. langen und halb sobreiten Hülle umschlossen. An-fangs trägt das Weibchen dieseHüllen mit sich herum, klebtsie aber endlich mit Hilfe einesleimartigen Schleimes an ver-schiedene Stellen oder in Fu-gen an. Die Eier kommen ofterst nach einem Jahre aus.Die Weibchen bilden die Mehr-zahl in der Familie, Männ-chen sind immer nur wenige.Auf ein Männchen kommenmehr denn hundert Weibchen.Als Nahrung dient ihnen alles,was der Mensch geniesst, siefressen auch kleinere Insecten,zernagen aber auch Haare, Ge-webe, Leder etc.
Einsammlung und Aufbewahrung. Abends kommen diese Schaben aus ihrenSchlupfwinkeln hervor und dann streicht man die meist in grösseren Gruppenan der Wand, in den Wandecken, den Thürpfosten sitzenden mittelst einer Feder-fahne in Trinkgläser, oder man logt mit Wasser oder Bier gefeuchtete Lappenan verschiedene Stellen des Zimmers, unter welchen sich diese Insecten mit Vor-liebe sammeln. Da sie weder beissen noch stechen, so kann man sie mit denFingern erfassen. Einfacher ist die Einsammlung, den Raum bis 9 Uhr Abendsfinster zu lassen und dann die an Wänden und Schränken sitzenden Insecten mitzusammengelegten Handtüchern zu erschlagen. Die Trocknung geschieht aneinem lauwarmen Orte. Bei einer Wärme über 60° C. getrocknete sind wenigerwirksam. Aufbewahrungsgefässe sind dicht geschlossene Glasgefässe. Man hältsie als grobes und feines Pulver vorräthig. Es ist zweckmässig, das Pulver inden Gefässen mit einigen Tropfen Schwefelkohlenstoff zu begiessen und dann dasGefäss dicht zu schliessen.
Eine Verwechselung mit der Hausschabe oder kleinen oder DeutschenSchabe {Blatta Germanica) ist nicht gut möglich, denn diese ist wenig übereinen Centimeter lang.
Dass die in Russland gesammelten wirksamer seien, ist nicht erwiesen. ' ,J *ist übrigens ein grosser Irrthum, die aus Russland kommende Waarc für Blatt 0,Lapponica zu halten, denn diese Blattine lebt in Wäldern und Holzungen undnicht in Wohnungen, Küchen und Backstuben.
Bestandtheile. BOGOMOLOW schied aus der Blatta einen krystalliniscke»Stoff, welchen man für den wirksamen Theil ansah und mit dem Namen Anti'hydropin, Taracanin belegte, welcher aber in 7 Fällen angewendet, sich ohnejede Wirkung erwies. Der wirksame Bestandtheil ist noch nicht erkannt.
Anwendung. Die orientalische Blatta ist in Russland ein allgemein be-kanntes Hausmittel gegen Wassersucht. Seit einigen Jahren ist sie auch i°Deutschland bei hydropischen Leiden angewendet worden. Man giebt sie z u0,2—0,3—0,6.