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Erg.-Bd. (1884)
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Bismuthuin nitricum.

15 Minuten unter kräftigem Umschütteln macerirt und dann filtrirt. Das farb-lose Filtrat theilt man in 3 Theile (A, B, C). Der Theil A wird zunächstmit Salzsäure schwach übersättigt (eine weisse Trübung ist Silber), dann mitKaliumferrocyanid versetzt (eine mehr oder weniger braunrothe Färbung zeigtKupfer, eine weissliche Nickel an). Den zweiten Theil (13) des Filtratamischt man mit einem gleichen Volumen Salpetersäure (1,185 spec. Gew.) undtheilt diese Mischung in 2 Theile, um den einen zuerst mit einem gleichen Ge-wicht oder einem iy 4 Vol. officineller Ammoniumacetatlösung und dann miteinigen Tropfen Silbernitratlösung (eine braunröthliche Trübung oder Färbungzeigt Arsensäure an), den anderen Theil aber mit circa 2 CC. Ammoniummolyb-dänatlösung zu versetzen und aufzukochen (es erfolgt bei Gegenwart von Arsen-säure oder Phosphorsäure eine gelbe Trübung). Den dritten Theil (C) kann manwieder in zwei Theile (a und b) theilen und den einen (a) mit Salzsäure über-sättigen und bis zum Aufkochen erhitzen, um ihn dann mit Schwefelwasserstoff-wasser zu versetzen und wiederum etwas zu erwärmen. (Ein gelber Niederschlagdeutet auf Arsen oder Selen, ein brauner langsam entstehender auf Tellur.) Denanderen Theil (b) prüft man nach Uebersättigung mit Salpetersäure, mit Silber-nitrat und Baryumnitrat auf Salzsäure und Schwefelsäure. Der Filterinhalt nachder Behandlung mit der Mischung aus 10 CC. Aetzammon und 15 CO. Wasserwird nun mit 10 CC. einer 810 proc. Aetznatronlauge übergössen, das Filtratauf den Filterinhalt nochmals zurückgegossen und dann mit Schwefelwasserstoffbehandelt. Es darf weder eine Färbung noch Trübung erfolgen (Blei, Zinn, Zink).

Eine zweite Portion Wismuthsubnitrat circa 1,0 g wird mit 2,0 g Ammonium-chlorid gemischt mit 15 CC. Wasser einige Male aufgekocht und filtrirt. ImFiltrat wird auf Kaikorde und Magnesia reagirt, z. B. mit Ammoniumoxalat undNatriumphosphat, im letzteren Falle unter Erhitzen bis zum Aufkochen.

Die Prüfung des Wismuthternitrats auf Reinheit geschieht in gleicher Weise,nur wären auf 1,5 desselben 12 CC. Aetzammon zu verwenden.

Aufbewahrung. Eine freiwillige Explosion des nach Ph. Germanica be-reiteten Subnitrats wird von Grtesf.isacii erwähnt. Dieser sonderbare Fall hatkeine Aufklärung gefunden. Wahrscheinlich enthielt das Präparat Silberammoniak(Knallsilber).

Anwendung. Dass der arzneiliche Werth der Wismuthpräparate in denstarken Spuren Arsen, welche sie in früherer Zeit enthielten, zu suchen ist, hatHager bereits in dem Commentar zur Ph. Germanica I, S. 366 besprochen. I»neuerer Zeit entdeckten die Französischen Chemiker in dem Subnitrat dos Fran-zösischen Codex reichliche Mengen Blei. Von einer Seite wurde diese Verun-reinigung selbstverständlich als eine gefährliche erkannt, von anderer Seite aberauch wieder als eine erwünschte oder nothwendige hingestellt, weil diese Verun-reinigung die Wirkung bei Dysenterie und Diarrhöen erkläre, auch habe manbisher noch keine Bleivergiftung in Folge des Gebrauches dieses bleihaltigen Sub-nitrats beobachtet (wahrscheinlich weil man vorgekommene Symptome dieser Ver-giftung nicht als solche erkannte). Der phannacentische Puritanismus der heutige 0Zeit muss diese giftigen Verunreinigungen verwerfen, denn wenn der Arzt dieWirkung des Arseniks oder des Bleihydroxyds wünscht, so möge er die be-treffenden Körper direkt in den Gebrauch ziehen. Das Wismuthsubnitrat ist i»Italien, besonders in Frankreich fast zu einem Hausmittel geworden, es dürft 6daher ein starker und öfterer Gebrauch des bleihaltigen Präparats wohl zu Blei-vergiftungen führen und auch schon geführt haben.