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Benzinum. Nitrobenzinum.
reichend Anilin gebildet, um auf Zusatz von einem Tropfen Phenol und etwasChlorkalklösung oder unterchlorigsaurem Natron, die bekannte blaue Farbe deserythrophenylsauren Kalkes oder Natrons hervorzubringen. Hier muss manetwas mehr Chlorkalk anwenden, weil die ersten Portionen zur Ueberführungdes Restes vom Zinnoxydulnatron in Zinnoxydnatron verbraucht werden.
Nach Dragendokff's Anweisung mischt man 5 bis 8 Tropfen des Oelsmit ebenso viel Weingeist und giebt in diese Mischung ein linsengrosses StückNatrium. Das Metall überzieht sich mit einer weissen flockigen Schicht, unddie Flüssigkeit behält ihre Farblosigkeit, wenn das Oel rein ist, während siebei Anwesenheit von Nitrobenzol dunkelbraun wird. Diese Färbung kann übrigensauch bei Gegenwart eines anderen Oeles stattfinden. Jedenfalls zeigt die brauneFärbung eine Verfälschung an. Die angegebene JACQUEMiN'sche Methode ver-dient hier den Vorzug. Man löst einen Tropfen des Oeles in circa 20 CC. eines45 proc. Weingeistes oder zur Prüfung des Bittermandelwassers, Kirsch-wassers nimmt man 10 CC, verdünnt nun mit 10 CC. Weingeist und giebteinige Zinkstüekchen und Schwefelsäure dazu. Nachdem die Wasserstoffent-wickelung eine Viertelstunde gedauert hat, ist die Keduction erfolgt. Man über-sättigt nun mit Natroncarbonat, filtrirt, versetzt mit einem Tropfen Carbolsäureund dann mit Chlorkalklösung oder Chlornatronflüssigkeit. Erfolgt eine braune,bald in Blau übergehende Färbung, so ist die Gegenwart von Nitrobenzin an-gezeigt.
E. Jacquemin hat über das Verhalten des Nitrobenzins eingehende Unter-suchungen angestellt. Dass Nitrobenzin in den Organismus übergeführt eineKeduction zu Anilin erleide, ist nur von Letiikjsy beobachtet. Güttmann undBergmann gelang es nie, nach der Einführung des Nitrobenzins in die Ver-dauungswege weder in der Leber noch im Harne selbst nur Spuren Anilin auf-zufinden, während Letiikuy dieses im Harne, in der Leber und dem Gehirnenachzuweisen vermochte.
Aus diesem Widerspruch lässt sich der Schluss ziehen, dass die klein 0Menge Anilin, welche etwa im Darmkanale entsteht und vom Blute aufgenom-men wird, keine tödtliche Wirkung zur Folge hat. Obgleich die Vergiftung*"Symptome, wegen Schwerlöslichkeit des Nitrobenzins, sich langsam kundgeben, s°bezeugen doch alle Beobachter, dass von dem Zeitpunkte an, wo das Thier voi»Schwindel ergriffen ist, seine Lunge den charakteristischen Geruch dieses Kör-pers aushaucht, sein Harn nach bitteren Mandeln riecht, und nach dem Tod«dasselbe im Blute wahrgenommen werden kann. Das Nitrobenzin hat also ctf'culirt und als solches die toxikologischen Erscheinungen hervorgerufen.
Da auch Bittermandelöl einen ähnliches Geruch hat, so ist bei Unter-suchungen von Substanzen mit Blausäuregeruch anzunehmen, dass BittermandelölBlausäure oder Nitrobenzol oder Bittermandelöl und Nitrobenzol zugleich vor-liegen. Eine Trennung muss versucht werden. Man destillirt nach Zusatz vo»verdünnter Schwefelsäure. Etwa entstandenes Anilin bleibt im Rückstände, llT1Destillate findet sich Nitrobenzol oder Bittermandelöl in öligen Tropfen und die9 ekönnen daraus durch Ausschütteln mit Aethcr aufgenommen worden. Bei Gege°'wart von Blausäure oder Bittermandelöl wird das Destillat auch Blausäure ctn'halten und ist darin leicht nachzuweisen. Enthält es nicht Blausäure, so li ß 8nur Nitrobenzin vor. Behufs Erkennung desselben kann man die im Handb. >S. 588 angegebene Reaction versuchen oder nach E. Jacquemin in folgend 6Weise verfahren:
Ein ungefähr einem Tropfen Nitrobenzin entsprechendes Quantum der Fl» 8sigkeit vermischt man mit 10—20 CC. Weingeist von 45—50 Proc. ^ e jschüttelt mit Zink und Schwefelsäure und theilt die saure Flüssigkeit in dr«