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Balsamum Tolutanum. — Baptisia.
ohne Sehwefligsäure zu entwickeln (Ulex) und Weingeist löst die Schwefelsäure-balsammasse mit violetter Farbe. Enthält der Tolubalsam Colophon oder Pinien-harze, so entwickelt sich beim Zusammenreiben mit conc. Schwefelsäure auchSchwefligsäure.
Nach Mattison löst vom Tolubalsam ein 90 proc. Weingeist 26 Proc, ausdem in Weingeist nicht löslichen Theile Aether weitere 63 Proc. einer Styracinhaltigen Masse. Die übrigen 11 Proc. sind Holzfaser etc.
Petroläther löst aus dem Balsam etwas über 1 (1,2) Proc. eines nichtflüchtigen Harzes und 7—8 (7,5) Proc. flüchtige Bestandteile (Hirschsohn).Benzol löst höchstens 5 Proc.
Wegen des Zimmtsäuregehaltes destillirt aus einem Gemisch mit Kalium-dichromat und Schwefelsäure oder auch mit Kaliumhypermanganat und Schwefel-säure Benzaldehyd (Bittermandelöl). Durch den Benzoesäuregehalt unterscheidetsich der weiche Tolubalsam vom Perubalsam, welcher nur Zimmtsäure und keineBenzoesäure enthält.
Holmes und Nalob (Pharm. Journ. Transact.) weisen darauf hin, dasssich im Englischen Grosshandel ein in seinem chemischen Verhalten abweichen-der Tolubalsam findet, welcher in dicken Lagen gelbbraun, in dünnen Schichtenvollständig durchsichtig und goldgelb und ausserordentlich klebrig ist. Er wird beimAufbewahren wenig hart und selbst bei mehrtägiger Einwirkung einer Tempe-ratur von 100° nicht spröde. Er erinnert in seinem Gerüche etwas an Leim undbeim Kauen entwickelt er erst nach einigen Secunden ein brennend scharfes Ge-fühl. Bei der mikroskopischen Untersuchung nach vorherigem Erhitzen auf 90°setzen sich beim Erkalten keine Krystalle ab. Der Schmelzpunkt liegt bei 58°,also niedriger als beim Tolubalsam, auch unterscheidet sich der neue Balsam da-durch, dass er sich vollkommen in Aether auflöst, ebenso in Benzol, währendKalilauge ihn nur theilweise löst. In dem Balsam ist kein Tolen oder ein bei160° siedender Kohlenwasserstoff enthalten. Weitere Untersuchungen machenes ziemlich klar, dass es sich um ein wirkliches Naturproduct handelt, dessenAbstammung jedoch noch zu ermitteln ist.
Syrnpus Balsami Tolntani, Synipus Toktanus. Die Darstellung dieses Syrupsdurch Mischung der Tinctur mit Magnesiacarbonat und etwas Zucker und dannmit der nöthigen Menge Syrupus Sacchari ist eine ganz unpassende, und durchSaturirung des Säuregehaltes wird auch der therapeutische Werth reducirt.
Baptisia.
Baptisia tinetoria R. Brown (Sophora tinetoria Linn., Podalyria tin-ctoria Willdenow), wilder Indigo (Pferdefliegenstrauch), eine in Nord-Amerikaeinheimische Papilionacee, der Gruppe der Podalyrieen und der Untergruppe derEupodalyrieen angehörend.
Radix Baptisiae, Baptisienwnnel, kommt noch nicht im Handel vor. Si esoll einen widrigen Geschmack haben. Die Tinctur hat Anwendung gefunden.Pharm. Centralh. 1879, 438 theilt darüber mit:
Eine Tinctur aus der Wurzel der Baptisia tinetoria hat Johnson in 7 Ty-phusfällen, von denen 3 mit sehr schweren Erscheinungen auftraten, nebe»kühlen Abwaschungen, Milch und Stimulantien angewendet, 1—5 Tropfen 1-"4 stündlich. Der Verlauf der Fälle blieb frei von bedenklichen Erscheinungen,namentlich fehlten Delirien und trat nur wenig Diarrhoe auf. Die Temperaturwurde durch die Tinctur merklich herabgedrUckt und Genesung trat rasch ei».