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Balsamum Peruvianum.
Als Verfälschungssubstanzen des Perubalsams gelten Weingeist, flüch-tige Oele, fette Oele (Ricinusöl), Copaivabalsam, Canadabalsam, Gurjunbalsam,Styrax, Asphalt, Pecli.
Weingeist in massiger Menge und als Lösungsmittel von Harzen dem Peru-balsam zugemischt, kann, wie schon bemerkt wurde, nicht völlig durch Destillationaus dem Wasserbade gesondert werden, denn die aus ihm entstandenen Aethyl-verbindungen destilliren erst bei einer über 200° hinausgehenden Hitze. Wollteman ihn nachweisen, so müssten 20—30 g des Balsams mit einer gleichen Menge10 proe. Aetznatronlauge durchschüttelt und der Destillation aus dem Wasserbadeunterworfen werden.
Flüchtige Oele dürften schwerlich zum Verfälschen Verwendung finden,denn sie würden sich durch den Geruch nur zu leicht verrathen. Ebenso stehtes mit dem Canadabalsam. Dagegen wären Canadabalsamharz undColophon in concentrirter weingeistiger Lösung ganz geeignete Verfälschungs-mittel und mögen auch in Anwendung kommen, doch ist ihr Nachweis kein er-schwerter, denn bei Mischung von Schwefelsäure mit Perubalsam findet keineSchwefligsäureentwickelung statt, wohl aber bei Gegenwant der Harze der Pinien-Die ausgewaschene und getrocknete Masse aus der Mischung von 4 Th. Schwe-felsäure und 3 Th. Balsam ist ferner in kaltem Petrolbenzin nicht löslich, wohlaber werden die Pinienharze davon gelöst. Hier wäre jene Masse in sehr kleineStückchen zu verwandeln und mit kaltem Petrolbenzin einen Tag zu maceriren.Das was Petrolbenzin über 2 Proc. löst, ist als Verfälschung zu betrachten.
Die Verfälschungen mit fetten Oelen, Gurjunbalsam, Copaivabalsamwerden einerseits an dem geringeren spec. Gew. des Perubalsams erkannt, denndieses würde stets geringer denn 1,136 sein, andererseits an der ausgewaschenenMasse aus der Mischung des Balsams mit Schwefelsäure. Diese ist bei reinemBalsam bei einer Temperatur von 10—15° C. brüchig und nicht klebrig, beiGegenwart jener Verfälschungen aber weich und kleberig, oft so weich, dass siesich nicht mit den angefeuchteten Fingern kneten lässt. Aus derselben könnendie benannten Substanzen durch Petrolbenzin extrahirt werden. Die Lösungensind durch Maceration zu bewirken. Kaltes Petrolbenzin löst circa 2 Proc.,heisses aber 8—10 Proc. einer starren, hell bräunlichgelben Masse. Wäre diesesehr weich, halbflüssig oder starr und dunkel gefärbt, so deutet dies auf ein 0Verfälschnng.
Styrax und Asphalt dürften schwerlich als Verfälschungsmittel dienen,denn die Mischung damit ist eine sehr erschwerte, bei Styrax nicht einmal einelohnversprechende. Asphalt würde die Farbe des Balsams so sehr dunkel machen,dass man die Verfälschung sofort erkennen miisste.
Wie aus vorstehenden Bemerkungen ersichtlich ist, lassen sich die bekanntenVerfälschungen des Perubalsams mit einiger Sicherheit erkennen, selbst viele der-selben quantitativ bestimmen.
In Dulk's Commentar 1839 findet man die Verfälschung mit Benzoe er-wähnt, aber dabei die Bemerkung, dass dadurch der Balsam speeifisch leichterdenn Wasser werde. Das ist nun ein starker Irrthum, denn die Benzoe ist selbstschwerer als jene Salzlösung, welche zur Prüfung der Eigenschwere des Pertt-balsams benutzt wird (Hdb. I, 8. 555).
Anwendung des Perubalsams: In Betreff der innerlichen Anwendung ist de'Säuregehalt zu beachten und nur ein säurereicher Perubalsam wird bei Lungen-katarrh und sonstigen Beschwerden der Athmungsorgane eine sichtliche Wirkungäussern. Aeusserlich auf Wunden ist der säurereiche Perubalsam nicht " uschmerzstillend, sondern auch schnell heilend, Eiterung verhindernd oder mindernund desinficirend. Es ist also der Balsam beim Einkauf auf den Säuregehalt vor-