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Kommentar zum Arzneibuch für das Deutsche Reich : mit Zugrundelegung des amtlichen Textes, sowie einer Anleitung zur Massanalyse ; im Anschluss an den Schlickumschen Kommentar
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sich nar zum Abmessen von Flüssigkeiten, zum Mischen von solchen sindsie weniger empfehlenswert.

Die Einteilung in Bruchteile des Rauminhalts richtet sich nach derabsoluten Grösse des letzteren. Bei den Mischcylindern von 500 und1000 ccm genügt eine Abteilung von 10 zu 10 ccm, während bei denkleineren Cylinderehen von 25 bis 100 ccm Inhalt auch noch die einzelnenKubikzentimeter ablesbar sein müssen. Ein Blick auf diese Apparate ge-nügt, um zu zeigen, dass das Ablesen um so richtiger vorgenommen werdenkann, je kleiner der Durchmesser derselben ist, denn in dem gleichenVerhältnis kommen die Abteilungsstriche weiter auseinander zu stehen.

Bei der Ausführung der volumetr. Bestimmungen kommen vonApparaten die Pipetten und Büretten zur Anwendung, die beidein verschiedenartiger Ausführung in Gebrauch sind.

Büretten. Die ältesten und bekanntesten sind die MohYschenoder Quetschhahnbüretten. Es sind gerade, beiderseits offene,der Länge nach in Vio ccm geteilte Glasröhren, die am unteren Endevermittelst eines mit Quetschhahn verschliess- und offenbaren Gummi-sehlauchstückes mit einem zur Spitze ausgezogenen gläsernen Ausfluss-röhrchen verbunden sind. Der Quetschhahn lässt sich mit Vorteil durchein kurzes Stückchen Glasstab (längliche Glasperle) ersetzen, das manin den Gummischlauch einführt, wo man dann durch Drücken mit denFingern die Bürette zum tropfenweisen Ausfliessen öffnen und dundi Ent-fernung der Finger wieder seblicssen kann. Da sieh diese Büretten fürsolch« Flüssigkeiten nicht gebrauchen lassen, die man mit Kautschuknicht in Berührung bringen darf (wie Silber, Permanganat, Jod), derKautschukschlauch, auch bei längerer Unthätigkeit unbrauchbar wird, hatman die Büretten auch mit Glashahn hergestellt. Um ein Festsetzender Glashähne zu vermeiden, reibt man dieselben hin und wieder mitetwas Paraffinsalbe ein.

Die Gay-Lussacschen Büretten, welche übrigens immer mehr durchdie Glashahnbüretten verdrängt werden, umgehen den etwas zerbrechlichenGlashahn und den nicht für alle Zwecke dienlichen Kautseliukschlauchdurch ein seitliches, parallel der Bürette, aufsteigendes kommunizierendesSteigrohr von geringerem Durchmesser, welches zum bequemen Tröpfenam oberen Ende schnabelartig gekrümmt ist. Sie sind in einen Holzfusseingepasst und brauchen so kein Stativ, wie die Mohrschen Büretten.Bei den I! laseb üretten ist das Steigrohr in die Bürette selbst einge-führt, es wird durch einen doppelt durchbohrten Stöpsel eingepasst, durchdessen zweite Bohrung ein winklig gebogenes Blaseröhrehen geht, ähn-lich der Spritzflaschen-Einrichtung. Die englischen oder BinksschenBüretten Itcsitzen kein besonderes Auslaufrohr, sondern sind oben nacheiner Seite in eine umgebogene Ausflussspitze ausgezogen, während an dieentgegengesetzte Seite ein kurzes Kinfüllrohr von annähernd dem Durch-messer der Bürette angesetzt ist. Für genaue Bestimmungen sind dieselbennicht verwendbar.

Pipetten. Man unterscheidet Messpipetten und Vollpipetten.Die Messpipetten sind gleichweite, beiderseits offene, gerade Glas-röhren, unten zu einer Auenussspitze ausgezogen, oben zum bequemerenSchliessen mittelst des Fingers etwas verjüngt und gut rund geschmolzen.Sie sind der Länge nach in ganze und zehntel Kubikzentimeter geteiltund haben, wie die Büretten, an deren Stelle sie sieh in manchen Fällenmit Vorteil verwenden lassen, den Nullpunkt am obersten Teilstrich; auchder unterste Teilstrich sollte, wie bei den Büretten, etwas über derAngflaesspitze liegen, so dass man sie nicht leerzulaufen lassen braucht