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XI. Nahrungsmittelgesetzgebung.
Sturer bett in ben borftetjenben ©efefjen befjcmbettett ©egenftcmben gibt e3im Sßerfebr mit ÜJcafjrungg» unb ©cttu|raitteln nocr) eine ganje 2lnja^l Materien,bie nidjt burd) ©be^ialgefetje geregelt finb. 2)05u gehört ütöbefonbere bie .'per«ftellung unb ber Sertrieb fünftlid^er SJcineraltoäffer, rooruber auf ®tunbeines »reufjifchen SRtniftcrialcrlaffeS Dorn 18. ^uni 1896 in ben meiften SRegie»rung^be^irfen befonbere ^oüjeiberorbnuugen erlaffeti tcorben finb. ®ie 9ted)t3=gültigleit biefer Skrorbnungen ift foroob.1 burd) bnö D.S.W. (25. gebruar 1899,«ßfe.ßtg. 1899 'fix. 21) roie aud) baS f.®. (27. 9Mrj 1905, ^.gtg. 1905 9?r. 27)beftätigt worbett. Über bie Prüfung ber jur ßerfteuurtg ber fünftiidjeu 9JtineraI=roäffer bienenben Stbfmrate erging ein breufjifdjeS ©efeg betr. bie Soften berPrüfung überröadjunggbebürftiger Zulagen tiom 8. ftuli 1905. 9xad)bemfetbeu !onn ben 33efi|ern bon s JJcineratoafferab)jaraten in ^ßoli^eiüerorb"nungen bie S8erbf(id)turtg auferlegt ruerben, bie *ur Prüfung ber Separatenötigen SlrbeitSlräfte unb Sorridjtungen bereitguftellen unb bie Soften betPrüfungen p tragen.
Qm Sujammenljange mit ber Xunufüljrung ber s JJat)mng§mitteIgefe^e er»folgte ber Grtaf} befonberer $rüfung3borfd)rifteu für 9<caf)runggmitteid)emifcr.
Vo rsoli ri fte n,betr. die Prüfling; der Nalirimgsmitteleliemiker. 1 )
Bundesratsbeschluß vom 22. Februar 1894. 2 )
§ 1. Über die Befähigung zur chemisch-technischen Beurteilung vonNahrungsmitteln, Genußmitteln und Gebrauchsgegenständen (Reichsgesetzvom 14. Mai 1879) wird demjenigen, welcher die in folgendem vorgeschrie-benen Prüfungen bestanden hat, ein Ausweis nach dem beiliegendenMuster erteilt.
§ 2. Die Prüfungen bestehen in einer Vorprüfung und einer Haupt-prüfung.
Die Hauptprüfung zerfällt in einen technischen und einen wissenschaft-lichen Abschnitt.
A. Vorprüfung.
§ 3. Die Kommission für die Vorprüfung besteht unter dem Vor-sitz eines Verwaltungsbeamten aus einem oder zwei Lehrern der Chemieund je einem Lehrer der Botanik und der Physik.
Der Vorsitzende leitet die Prüfung und ordnet bei Behinderung einesMitgliedes dessen Vertretung an.
!) ©ine ©ommtung nllet SSeftttnmungen über bie Prüfung bet ■Ro.fitungS'mtttei-ffiiyeirtiiet für bä8 Xcutfdje {Reich unb bie einjelnen Söunbeäftaaten ift unter-läge Bon QuliuS Springer in SSetttn erfdjteneit.
2 ) 2)ic ^riifuugsuorfrfjnften finb im S3unbe3rat nur „beretn&art" rootben, ihreledj'tiidje SBirrfamleil ftnben fte erft burd) cntfprerijeubc Uinfü^tungSdetoibnungenber (Sinjelftaotcn. J^ür ^3reuftcn ift bie (Jinfttnrung ber SBorfd^riftett burd) ©rl. bc£SKinifterä bet 3BebtatnaIongelegen|eiten uom 10. SRai 1895 erfolgt. Qn btejem ©vi. ijeifste% ferner:
Diejenigen Chemiker, welche den Befähigungsausweis erworben haben,sollen vorzugsweise berücksichtigt werden, und zwar vornehmlieh:
a. bei der öffentlichen Bestellung (§ 30 der Gew.O.) von Sachverständigen fürNahrungsmittelchemie;
b. bei der Auswahl von Gutachtern für die mit der Handhabung des Nahrungs-mittelgesetzes in Verbindung stehenden chemischen Fragen, sowie
c. bei der Auswahl der Arbeitskräfte für die öffentlichen Anstalten zur techni-schen Untersuchung von Nahrungs- und Genußmitteln (§ 17 des Nahrungs-mittelgesetzes).