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2 (1896) Organische Chemie
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Alizarin.

Filtriren, durch Salzsäure at>. Der gelbe, flockige Niederschlag ist alsdann zusammeln, auszuwaschen, zu trocknen und durch Sublimation zu reinigen. Zuletzterem Zweck bringt man eine geringe Menge des trockenen Alizarins ineinen etwa 50ccm fassenden Tiegel, bedeckt diesen mit einer Scheibe Filtrir-papier und dann mit dem dazu gehörigen Deckel, und erhitzt hierauf denBoden desselben auf dem Sandbad auf etwa 280° C.

Die technische Darstellung des künstlichen Alizarins geschieht in folgenderWeise: Zur Ueberführung des Anthrachinons (siehe oben) in Sulfosäure erhitztman dasselbe in einem emaillirten, gusseisernen, mit Rührwerk versehenenKessel mit der gleichen Gewichtsmenge rauchender Schwefelsäure von 45 Proc.Anhydridgehalt eine Stunde lang, unter allmäliger Erhöhung der Temperaturbis auf 160° C. Hierauf wird das Beactionsproduct in kochendes Wasser ein-getragen, das unveränderte Anthrachinen abfiltrirt, die Lösung mit Natronlaugeneutralisirt und alsdann das sich sofort ausscheidende anthrachinonmonosulfo-saure Natrium von dem in Lösung bleibenden disulfosauren Natrium durchFiltration getrennt. Nach Abscheidung des gebildeten Natriumsulfats dampftman letztere Lösung bis zur Abscheidung des darin enthaltenen disulfosaurenSalzes ein.

Das anthrachinonmonosulfosaure Natrium dient zur Darstellung von reinemAlizarin Alizarin mit Blaustich, das disulfosaure Salz zur Gewinnungvon Alizarin mit Gelbstich, einem Gemenge von Alizarin, Purpurin,Isopurpurin und Flavopurpurin. Die Umsetzung dieser Salze geschieht durchErhitzen mit Natronhydrat. Zu diesem Zweck bringt man dieselben in dampf-dicht geschlossenen, mit Rührwerk versehenen, schmiedeeisernen Cylindernmit der dreifachen Menge Aetznatron und einer zur Verflüssigung nöthigenWassermenge, unter Zusatz von etwas Kaliumchlorat (um die reduoirendeWirkung des frei werdenden Wasserstoffs zu beseitigen), zusammen und erhitztzwei- bis dreimal 24 Stunden lang auf 165 bis 170° C. Aus dem authrachinon-monosulfosaurem Natrium entsteht hierbei zunächst Oxyanthrachinon, welcheserst bei längerer Einwirkung von überschüssigem Natronhydrat unter Wasser-stoffentwickelung in Dioxyanthrachinon, bezüglich in die Natriumverbindungdesselben übergeht:

C u H 7 (S0 3 Na) {O 2 -f 2NaOH = C u H'(ONa) [O 2 -f- Na 2 SO s + H 2 0C 14 H 7 (ONa){0 2 + NaOH = C u H 6 (ONa) 2 [O 2 + H 2 .

Zur Abscheidung des Alizarins aus dem zunächst gebildeten Alizarin-natrium bringt man die Schmelze in heisse, verdünnte Salz- oder Schwefelsäure,trennt alsdann das in gelben Flocken ausgeschiedene Alizarin durch Filter-pressen von der Salzlauge, wäscht es aus und bringt es als 10- bis 20 procentigePaste in den Handel.

Zur Trennung des Alizarins von beigemengtem Purpurin kocht man das-selbe mit Alaunlösung aus. Letztere löst das Purpurin, nicht dagegen dasAlizarin.

Das Alizarin krystallisirt aus Alkohol oder Aether in rothgelben Nadeln,die bei 100° C. 3 Mol. Wasser verlieren und sich dabei rein roth färben. Esschmilzt bei 282° C. und sublimirt bei etwas höherer Temperatur in orange-rothen Nadeln. In Wasser ist es kaum löslich, leichter löst es sich in Alkoholund Aether, besonders in der Wärme. In seiner Eigenschaft als Diphenolverhält sich das Alizarin den Basen gegenüber wie eine schwache Säure. InKali - oder Natronlauge, sowie in Ammoniak löst es sich mit schön purpur-violetter Farbe. Calcium- und Baryumsalze verursachen in letzteren Lösungenblaue Fällungen, dasselbe geschieht durch Kalk - und Barytwasser in alkoho-