1040 Biphenyl.
von Strychnin mit Aetzkalk, siehe aucli Indol. Es bildet farblose, in reinemZustand geruchlose, meist jedoch fäcalartig riechende, bei 95° C. schmelzende,mit Wasserdämpfen flüchtige Blättchen. In Wasser und in Ligroin ist dasSkatol schwer löslich. Wird ein mit starker Salzsäure befeuchteter Fichten-span in eine alkoholische Skatollösung eingetaucht, so tritt keine Färbung ein,wird der Fichtenspan dagegen erst mit der Skatollösung befeuchtet und dannin starke Salzsäure getaucht, so färbt er sich erst kirschroth und dann violett.Mit Pikrinsäure liefert das Skatol eine schwer lösliche, in rothen Prismen kry-stallisirende Verbindung.
Eine dem Harnindican nahestehende, als Skatoxylschwe feisäure:C 9 H 8 N.OS0 3 H, oder Skatolchromogen bezeichnete Substanz findet sichals Kaliumsalz bisweilen im Harn bei Diabetes mellitus. Concentrirte Salzsäurescheidet aus der alkoholischen Lösung dieser Substanz violette Flocken aus,die sich in verdünnten Säuren mit violetter Farbe lösen.
Skatolcarbon säure: C 9 H 8 N— CO. OH, entsteht bei der Fäulniss vonEiweiss und Blutfibrin. Kleine, bei 164° C. schmelzende Blättchen, welche inheissem 'Wasser schwer, in Alkohol und Aether leicht löslich sind. Die heissewässerige Lösung (1:10 000) färbt sich beim Kochen mit wenig Eisenchloridviolett. Wird die wässerige Lösung (1 : 1000) mit einigen Tropfen Salpetersäureund Kaliumnitritlösung (von 2 Proc.) versetzt, so tritt eine kirschrothe Färbungund allmälig die Abscheidung eines rothen Farbstoffs auf; letzterer löst sichin Essigäther und in Amylalkohol.
2. Benzolderivate mit zwei oder mehreren Benzolkernen.
a) Verbindungen der Diphenylgruppe.
Die Verbindungen dieser Gruppe enthalten zwei oder mehrere Benzol-kerne, welche entweder direct oder durch Vermittelung anderer Kohlen -stofi'atome mit einander in Verbindung stehen, z. B.:C 6 H B C 6 H»
C 6 H 5
IC 6 H 5
CH 2
CH-CH 3
CH 2 .C 6 H 5
ICH 2 .C 6 H 5
C 6 H 5 C 6 H 5
Diphenyl Diphenylmethan Diphenyläthan Dibenzyl.
Biphenyl: C 6 H 5 . C 6 H 5 (Phenylbenzol), findet sich in den zwischen240 und 260° C. siedenden Antheilen des Steinkohlentheers. Es entsteht bei derEinwirkung von Natrium auf eine Lösung von Monobrombenzol in Benzol;beim Leiten von Benzol durch glühende Bohren etc. Es bildet grosse, farblose,angenehm riechende, bei 70,5° C. schmelzende Krystallblätter, welche unlöslichin Wasser, leicht löslich in Alkohol und in Aether sind. Es siedet bei 254° C.Oxydirt, liefert es Benzoesäure.
Von dem Biphenyl leiten sich, ähnlich wie von dem Benzol, zahlreicheVerbindungen, wie Halogensubstitutionsproducte, Nitro-, Amido-, Azo-, Diazo-verbindungen, Sulfosäuren, Phenole, Säuren etc. ab, deren Darstellung undEigenschaften im Allgemeinen denen der Benzolderivate gleichen.