Prüfung des Leuchtgases.
127
OH 8 , Acetylen: C 2 H 2 , Allylen: C3H*, Butin: OH«, Benzol: C 6 H6,Styrol: C 8 H 8 , und Naphtalin: O 0 H 8 , von denen jedoch nur Aethylen,Propylen, Butylen und Benzoldampf in beträchtlicherer Menge in demLeuchtgase vorkommen. Zu der zweiten Gruppe der Leuchtgasbestand-theile ■— den verdünnenden Bestandteilen — gehört das Sumpfgas:CH 4 , der Wasserstoff: H, und.das Kohlenoxyd: CO. Ausserdementhält das gereinigte Steinkohlengas noch kleine Mengen von Sauer-stoff, Stickstoff, Wasserdampf, Kohlensäureanhydrid, Ammoniak, Schwefel-kohlenstoff, sowie bisweilen in mangelhaft gereinigtem Zustande auchvon Schwefelwasserstoff, Schwefligsäureanhydrid und anderen Stoffen.Nachstehende Zusammenstellung mag die Zusammensetzung einigerSteinkohlengase illustriren:
Wasserstoff........
Sumpfgas . ,.......
Kohlenoxyd........
Schwere Kohlenwasserstoffe
Stickstoff.........
Sauerstoff.........
Kohlensäureanhydrid . . .
Londoner
Leuchtgas
(Frankland)
100,00 100,00
Heidelberger Leuchtgas(Landold)
39,30
41,04
44,00
40,56
40,71 38,40
4,95
7,64
5,73
7,19
7,28
7,27
8,00
2,75
4,23
—
0,58
0,37
100,00
100,00
100,00
41,37
38,30
5,56
9,34
5,43
100,00
Prüfung. Das Leuchtgas sei frei von Schwefelwasserstoff (Prüfung mitBleiacetatpapier oder Einleiten in Bleiacetatlösung) und enthalte nur sehr ge-ringe Mengen von schwefelhaltigen Verbindungen (Schwefelkohlenstoff etc.). ZurBestimmung des Gesammtschwefels wird das Leuchtgas mit der acht- biszehnfachen Menge Luft verdünnt, durch ein glühendes, Platinschwamm ent-haltendes Platinrohr geleitet, die bei der Verbrennung gebildete Schwefelsäuredurch Kaliumcarbonat, welches sich in demselben Bohre befindet, absorbirtund schliesslich hierin bestimmt.
Zur quantitativen Bestimmung des Schwefelwasserstoffsim Leuchtgase sauge man davon 5 bis 10 Liter mittelst eines als Aspiratorwirkenden Gasometers langsam durch reine verdünnte Natronlauge, welchesich in zwei, mit einander in Verbindung stehenden Kölbchen oder Drechsel'-'sehen Waschflaschen befindet. Nach Beendigung des Versuchs bringe man dieNatronlauge in einen 100 cem-Kolben, füge lOccm y 4 -Normal-As 2 0 3 -Lösung(s. I. Thl. S. 221) zu, säure die Mischung mit Salzsäure an und fülle sie mitWasser bis zur Marke auf. Nach dem Absetzen des ausgeschiedenen As 2 S 3filtrire man durch ein trockenes Filter in ein trockenes Gefäss, messe von demFiltrat 50 cem ab und bestimme den noch vorhandenen Gehalt an As 2 O s durchTitration mit V 10 -Normal-Jodlösung (nach Uebersättigung mit NaHCO 3 , vergl.