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Steinkohlentheer.
I. anorg. Tbl. 8. 2.21 u. 222). Aus der Differenz an As 2 0 3 (X 2, da nur 50 ccmangewendet wurden) lässt sich dann leicht die Menge des H 2 S berechnen:
As 2 0 3 -f 3H 2 S = As 2 S 3 + 3H 2 0(198) : (102)
Zur Bestimmung der Leuchtkraft des Leuchtgases dienen photo-metrische Messungen, bei denen als Vergleichseinheit eine Normalkerze zuGrunde gelegt wird. Die Photometer beruhen auf dem Princip, dass die Stärkeder Erleuchtung oder die Lichtintensität sich umgekehrt verhält, wie dasQuadrat der Entfernung von den Lichtquellen. Als Normalkerze dient eine ausParaffin, vom Mineralerstarrungspunkte 55° 0. gefertigte, 20 mm im Durch-messer haltende Kerze, von der sechs Stück 500 g wiegen. Die Höhe derKerzenflamme muss 50 mm betragen. Das Licht von 1023 derartigen Kerzenentspricht dem von 1000 Norinal-Wallrathkerzen, welche früher zu dem gleichenZwecke in Gebrauch waren.
Das durch trockene Destillation des Holzes bereitete Leuchtgas — Holzgas —besitzt eine ähnliche Zusammensetzung, wie das Steinkohlengas. Dasselbe enthältjedoch weder Ammoniak, noch Schwefelwasserstoff, Schwefelkohlenstoff oderandere Schwefelverbindungen, dagegen sind in dem Holzgase ausser Kohlen-oxyd und Wasserstoff Homologe des Sumpfgases (10 bis 30 Proc.) und desAethylens (7 bis 10 Proc.) vorhanden.
Das aus Braunkohlentheerölen oder aus Erdölrückständen durch starkeErhitzung in Betorten, in welche diese Materialien in einem dünnen Strahleeinfliessen, dargestellte O e 1 g a s enthält ausser "Wasserstoff und Kohlenoxyd18 bis 22 Proc. Aethylen und dessen Homologe, sowie 50 bis 80 Proc. Sumpfgasund dessen Homologe.
Das bei der Fabrikation des Leuchtgases aus Steinkohlen als Nebenproductgewonnene Gas- oder Ammoniakw asser verdankt seinen Gehalt an Ammo-niak und Ammoniumverbindungen dem Stickstoffgehalte der angewendetenSteinkohlen. Dasselbe enthält, wie bereits erwähnt, neben freiem Ammoniakbesonders Ammoniumcarbonat, ferner Schwefelammonium, Bhodanarnmoniuin,Cyanammonium, Ammoniumthiosulfat, Ammoniumsulfat und Chlorammonium.Das Gaswasser bildet in Folge dieses Gehaltes an Ammoniumverbindungen dieHauptquelle der im Handel befindlichen Ammoniakpräparate.
Der Gas- oder St einkohlentheer (specif. Gewicht 1,12 bis 1,15) ent-hält zahlreiche aromatische Kohlenwasserstoffe, Carbolsäure, Anilin und andereSauerstoff- und stickstoffhaltige Verbindungen (s. unter Benzol), zu deren Dar-stellung er im ausgedehnten Maasse Verwendung findet.
Der Steinkohlentheer ist eine braunschwarze bis schwarze, dickflüssigeMasse von eigenthümlichem, stark empyreumatischem Gerüche und von alkali-scher Beaction. An Wasser giebt der Steinkohlentheer nur wenig Lösliches ab,dagegen löst er sich zum grossen Theil in Alkohol, Aether, Petroleumbenzin,Terpentinöl etc.
Der Steinkohlentheer findet unter dem Namen Pix lithanthracis , Oleumlithantracis , Goaltar, eine sehr beschränkte arzneiliche Anwendung.