i
66 Physikalische Eigenschaften organischer Verbindungen.
Schmelzpunkt
Palmitinsäure...... C 16 H 82 0 2 62°
Margarinsäure..... C 17 H 3 *0 2 59,9°
Bei den aromatischen Disubstitutionsproducten haben die Paravei-bindungenden höchsten Schmelzpunkt. Letztere sind häufig fest, während die entsprechendenOrtho- und Metaverbindungen bei gewöhnlicher Temperatur flüssig sind.
Bei den zusammengesetzten Aethern hat der Methyläther gewöhnlicheinen höheren Schmelzpunkt, als der Aethyläther und dieser wieder einenhöheren Schmelzpunkt, als der Propyläther etc.
Der Schmelzpunkt eines Gemisches von zwei Verbindungen liegt bei einembestimmten Mischungsverhältnisse häufig niedriger, als der Schmelzpunkt desniedrigst schmelzenden Bestandtheiles (siehe Stearinsäure).
Die Gegenwart geringer Beimengungen oder geringer Mengenvon Feuchtigkeit drückt den Schmelzpunkt häufig bedeutendh er a b.
Mehr als die Schmelzpunkte stehen die Siedepunkte flüssiger und flüchtigerorganischer Verbindungen in einfacher Beziehung zu der Zusammensetzungderselben. Besonders sind es einige homologe Reihen, in denen die Siede-punktsdifferenzen annähernd proportional den Zusammensetzungsdifferenzensind, d. h. dass jeder Zunahme anCH 2 auch eine bestimmte, annähernd gleicheZunahme des Siedepunktes entspricht. Diese Siedepunktdifferenzen sind jedochin verschiedenen homologen Reihen verschiedene, wie nachstehende Beispielezeigen:
Siedepunkt Differenz
Methylalkohol......CH 4 0 66° , 2
Aethylalkohol......C 2 H e O 78,4° | '
Normalpropylalkohol . . . C 3 H 8 0 97,4° { '
Normalbutylalkohol . . . C 4 H 10 O 117° j '
Normalamylalkohol . . . C 5 H 12 0 137°
Ameisensäure...... CH 2 0 2 99° , . c
Essigsäure........ C a H 4 0 9 118° |
Propionsäure....... C 3 H°0 2 140°
Normalbuttersäure .... C 4 H 8 0 2 163° j ^
Normalvaleriansäure . . . C B H 10 O 2 184°
Benzol.......... C 6 H 6 80,5° ,
Methylbenzol...... C 7 H 8 111" ! '
Dimethylbenzol..... C 8 H 10 140,5° I '"*
Trimethylbenzol..... C 9 H 12 166° ' '
Isomere Verbindungen sieden bei verschiedener Temperatur, ohne dassdabei eine Siedepunktsregelmässigkeit zu erkennen ist. Metamere Verbindungenanaloger chemischer Constitution haben dagegen bisweilen nahezu denselbenSiedepunkt, z. B.:
SiedepunktEssigsaurer Methyläther . . . . C 2 H 3 0 2 .CH s 56°
Ameisensaurer Methyläther . . CHO 2 . C 2 H 5 55°
Von den Verbindungen eines und desselben Kohlenstoffkernes sieden dieWasserstoffverbindungen am niedrigsten, und zwar haben bei gleichem Kohlen-stoffgehalte die wasserstoffärmeren Körper einen höheren Siedepunkt als diewasserstoffreicheren, z. B.:
Terpen: C 10 H 1(! , Cymol: C 10 H 14 , Naphtalin: C 10 H 8 ,160° 175° 218°