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2 (1896) Organische Chemie
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54 Allgemeine chemische Beziehungen der organ. Verbindungen.

zum Ausdruck zu bringen. Die Ursache der Verschiedenheit in denphysikalischen Eigenschaften dieser Verbindungen ist in einer verschieden-artigen räumlichen Gruppirung der Elementatome zu suchen, welcheselbst bei gleicher chemischer Bindungsart und gleicher Reihenfolge der-selben wohl denkbar ist:

II

HO-

CO.OH

I-C-OH

I-C-H

I

CO.OH

HO-

CO.OHI-C-H

HCOH

I

CO.OH

IHCOH

IHCOH

I

CO .OHInactive Weinsäure.

CO. OHHechts- und Links-Weinsäure

Le Bei und van't Hoff haben zuerst darauf aufmerksam gemacht,dass alle optisch activen Körper ein oder mehrere asymmetrischeKohlenstoffatome enthalten, d. h. Kohlenstoffatome, deren vier Affini-tätseinheiten durch vier verschiedene Elemente oder Atomgruppen ge-sättigt sind, dass dagegen Verbindungen, welche keine asymmetrischenKohlenstoffatome enthalten, optisch inactiv sind. Ein solches asym-metrisches Kohlenstoffatom (C) ist z. B. auch in der im Vorstehendenerwähnten Aethylidenmilchsäure vorhanden, wogegen die Weinsäuresogar zwei asymmetrische Kohlenstoffe enthält:

CH 3 OH OH

I ! I

HCOH HC-----------CH

CO.OH

Milchsäure

CO.OH CO.OH

Weinsäure.

Diese Annahme von Le Bei und van't Hoff, dass die optische Activitätorganischer Verbindungen stets an das Vorhandensein eines oder mehrererasymmetrischer Kohlenstoffatome geknüpft ist, hat bisher durchaus eineBestätigung gefunden. Diese Beobachtung findet eine Stütze in der That-sache, dass von einer Verbindung der allgemeinen Formel Cabcd, trotzgleichartiger Gruppirung der vier Affinitäten des Kohlenstoffatoms, wirk-lich zwei Isomere denkbar sind (vergl. S. 41).

Die geometrische Isomerie oder Stereoisomerie zweier Verbin-dungen kann nicht nur durch das Vorhandensein eines asymmetrischenKohlenstoffatoms, sondern auch durch das Vorhandensein einer doppeltenBindung zwischen zwei Kohlenstoffatomen oder durch ringförmige Bin-dung sämmtlicher Kohlenstoffatome, oder endlich durch ringförmige Bindungüberhaupt bedingt sein. Bei den Isomeren der ersteren Art, den physikalischIsomeren, ist die Anordnung der an jenes asymmetrische Kohlenstoffatomangelagerten Elemente oder Atomgruppen nur soweit verschiedenartig, als sichBild vom Spiegelbild, oder Rechts von Links unterscheidet (vgl. oben). In der-artig isomeren Molecülen herrscht mithin derselbe chemische Gleichgewichts-zustand, die Isomerie derselben kommt mithin auch nur in ihren physikalischenEigenschaften zum Ausdruck, während in chemischer Beziehung kaum Ver-schiedenheiten obwalten. Bei den Isomeren der zweiten Art, schlechtweg alsgeometrisch isomere oder stereoisomere bezeichnet, tritt der Unter-