Theorie der chemischen Structur.
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Affinitätseinheiten derselben nicht durch die Valenzen nur eines Kohlen-stoffkernes, sondern von zwei oder mehreren Kohlenstoffkernen ge-sättigt sind, z. B.:
CH 3
CH 2
I0
CH 2
I
CH 3Aethyläther
CH 3
IS
CH 3
/CH 3
NfCH 3\CH 3
Methylsulfid Triinethylamin.
Durch letztere Art der Bindung entstehen Molecüle organischer Ver-bindung mit mehreren Kohlenstoffkernen.
Vereinigen sich zwei Kohlenstoffatome zu einem Kohlenstoffkerne,so ist, wie oben erörtert wurde, der einfachste und nächstliegende Fallder, dass sie sich durch je eine Affinitätseinheit gegenseitig binden, dieKohlenstoffatome mithin durch einfache Bindung zusammengehaltenwerden. Es sind jedoch eine beträchtliche Anzahl von organischen Ver-bindungen bekannt, deren chemisches Verhalten mit obiger Annahmenicht im Einklang steht, sondern darauf hinweist, dass zwei Kohlenstoff-atome sich auch durch mehr als eine Valenz, nämlich durch zweioder drei Valenzen gegenseitig binden, mithin durch doppelte, be-züglich durch dreifache Bindung zusammengehalten werden können,z. B. :
—C— C—
—c— c—
Vereinigen sich zwei Kohlenstoffatome durch doppelte Bindung, so trittder hierdurch entstandene Kohlenstoffkern vierwerthig auf, indem vonden ursprünglich vorhandenen acht Affinitätseinheiten je zwei, in Summaalso vier, zur gegenseitigen Bindung verwendet werden. Ist in eineroffenen Kohlenstoffkette nur eine derartige doppelte Bindung vorhanden,sind die übrigen Bindungen dagegen sämmtlich einfacher Natur, so be-trägt die Zahl der ungesättigten Valenzen 2m, wenn die Anzahl derKohlenstoffatome gleich n ist:
» Atome Kohlenstoff besitzen in freie Valenzen, von diesen werden beije einfacher Bindung 2 (n — 1) Valenzen und ausserdem zu einer doppeltenBindung noch zwei Valenzen zur gegenseitigen Bindung verbraucht, die Zahlder noch ungesättigten Affinitätseinheiten ergiebt sich mithin als:
[in — 2(» •— 1)] — 2 = 2».Durch eine ähnliche Betrachtung ergiebt sich die Zahl der freien Valenzen füreine offene Kohlenstoff kette, in der von n Kohlenstoffatomen zwei durch drei-fache, die übrigen durch einfache Bindung vereinigt sind, als 2 » — 2:[in — 2 O — 1)] — 4 = 2» — 2.