Theorie der chemischen Structur.
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Werden in dem Kohlenwasserstoffe: CH 4 , ein, zwei oder drei AtomeWasserstoff durch einwerthige Elemente oder durch einwerthige Atom-gruppen ersetzt, so ist es gleichgültig, welche von den vorhandenenWasserstoffatomen hierbei vertreten werden, da die einzelnen Ersatz-stellen in dem Methan: CH 4 , wie bereits S. 42 erörtert ist, vollkommengleichwerthig sind. Dasselbe gilt auch für das Aethan: C 2 H 6 , wenn indemselben nur ein Atom Wasserstoff substituirt wird. Die Verbindungen:
ch 2 ci cm . ...
i und i sind vollständig identisch. Anders gestalten sich
CH 3 CH 2 C1 S
jedoch die Verhältnisse bei der Substitution in Kohlenwasserstoffen von
drei und mehr Atomen Kohlenstoff, indem hier die Stelle, an welcher die
Substitution stattfindet, von Einfluss ist auf die Natur des hierdurch
entstehenden Körpers. Die Verbindungen :
CH 2 C1 CH 3 CH 2 .OH CH 3
I
CHC1, ferner
CH 2
ICH 3
und
CH 3
CH 2
iCH 3
und CH.OH
ICH 3
sind durchaus von einander verschieden, da die Eintrittsstelle oder derchemische Ort des Chloratoms oder der Hydroxylgruppe in beidenKörpern nicht gleichwerthig ist.
In dem Maasse, wie die Zahl der Kohlenstoffatome in den betreffen-den Kohlenwasserstoffen steigt, muss naturgemäss auch die Anzahl derder Theorie nach möglichen Substitutionsproducte wachsen, eine Folge-rung, welche durch die Erfahrung nur bestätigt wird. So sind z. B. vondem Kohlenwasserstoffe: C 4 H 10 , der Theorie nach vier Monosubstitutions-producte möglich, welche in Wirklichkeit auch bekannt sind, z. B.:
CH 2 C1CH 2CH 2CH 3
CH 3
ICHC1
CH 2
ICH 3
CH 3 CH 2 C1
CH 3 CH 3
CH
ICH 3
CC1
ICH 3
Bei dem Kohlenwasserstoff: C 5 H 12 , steigt die Zahl der möglichenMonosubstitutionsproducte schon auf acht, bei dem Kohlenwasserstoff:C 6 H 14 , auf sechszehn etc.
Ist auch von diesen der Theorie nach möglichen Substitutions-producten jener Beihe von Kohlenwasserstoffen bis jetzt nur eine ver-hältnissmässig geringe Anzahl bekannt, so ist doch die Darstellbarkeitderselben kaum zu bezweifeln.
Werden in diesen Kohlenwasserstoffen gleichzeitig zwei AtomeWasserstoff durch andere Elemente oder durch Atomgruppen ersetzt, soentstehen hierdurch Verbindungen, welche an Zahl und Mannigfaltigkeitdie der Theorie nach möglichen Monosubstitutionsproducte noch beiWeitem übertreffen. So leiten sich z. B. von dem Aethan: C 2 H G , schon