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2 (1896) Organische Chemie
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44 Allgemeine chemische Beziehungen der organ. Verbindungen.

C 2 H 5 einwerthig, weil der Kohlenstoffkern C 2 an sich, wie oben erörtert,sechswerthig ist und von diesen sechs Valenzen fünf durch fünf Atomedes einwerthigen Wasserstoffs befriedigt sind. In dem Aethyl: C'-H 6 , istsomit nur noch eine (6 5 = 1) Affinitätseinheit ungebunden vorhanden.Dasselbe gilt für alle Alkoholradicale der Formel C n H 2n + 1 . Radicaleder Formel C n H 2 ", z. B.: C 2 H 4 , C 3 H 6 , OH s etc., müssen hiernach alszweiwerthige fungiren. In ähnlicher Weise lässt sich auch die Wertig-keit von organischen Radicalen bemessen, welche ausser einwerthigenElementen noch zwei- oder mehrwerthige Elemente enthalten. So istz. B. das Radical der Essigsäure, C 2 H 3 0: Acetyl, einwerthig, da derKohlenstoffkern C 2 bei einfacher Bindung sechswerthig ist, und das hierangelagerte Sauerstoffatom zwei, die Wasserstoffatome drei, in Summaalso fünf Valenzen repräsentiren.

Sind in einem Kohlenstoff kerne die einzelnen Kohlenstoffatome der-artig mit einander vereinigt, dass jedes derselben nur mit einem odermit zwei anderen Kohlenstoffatomen in Verbindung steht, die Endkohlen-stoffatome der Keihe aber nicht mit einander verbunden sind, so bildetein solcher Kohlenstoff kern eine einfache, offene Kette, oder einenormale Kette von Kohlenstoffatomen. Sind dagegen die endständigenKohlenstoffatome einer derartigen Kohlenstoff kette ebenfalls durch gegen-seitige Bindung mit einander vereinigt, so entsteht eine geschlosseneKette oder ein Kohlenstoffring, dessen Einzelatome sich in ring-förmiger oder cyclischer Bindung befinden:

GH 3

CH 2

CH 3Offene Kette

CH 2H 2 G^-^C H 2

H 2 C_

H 2 c/H 2 C~Kohlenstoffring.

_CH 2

")CH 2"CH 2

Seitenketten oder Nebenketten entstehen dadurch, dass mit einemKohlenstoffatome, welches innerhalb der Kette mit noch zwei anderenverbunden ist, noch ein drittes oder viertes Kohlenstoffatom in Ver-bindung tritt, z. B.:

CH 3

CH 3

c-

1

-CH

1CH 3

H 3 C X |

>C

H 3 C X |

CH 3

Seitenketten.

In der Fähigkeit, welche der Kohlenstoff besitzt, einesehr grosse Anzahl seiner Atome durch gegenseitige theil-weise Sättigung ihrer Affinitäten ketten- oder ringförmigmit einander zu verbinden, ist die Ursache zu suchen, dassdie Kohlenstoffverbindungen an Zahl und Mannigfaltig-keit die aller anderen Elemente, denen jene Eigenthümlich-keit mehr oder minder abgeht, übertreffen.