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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Die Gummilack-Schildlaus lebt in Ostindien auf mehreren Ficusartenund auf Aleurites laccifera in ungeheurer Anzahl. An den Stellen, wo siein gehäuften Massen um die oberen Zweige herum sitzt, und welche siebehufs ihrer Nahrung an der Oberfläche durchbohrt, findet ein sehr ver-mehrter Saftzufluss Statt. Jedes Tliier wird von dem erhärtenden Milch-safte der Pflanze zellenarfig umgeben und imprägnirt diesen durch denihm innewohnenden rofhen Farbstoff.

Stocklack, Lacea in ramulis seu in baculis. Dieser mit demrofhen Farbstoff der Gummilack-Schildlaus imprägnirte, erhärtete Milchsaftder Aleurites laccifera ist der Stocklack. Die von dem ausfliessendenSaft und den darin eingehüllten Thierchen incrustirten Zweigenden werdenjährlich zweimal gesammelt und getrocknet. Sie kommen unter dem Na-men Stocklack, lacca in baculis in den Handel. Sie bestehen aus einerharzartigen höckrig runzligen Hülle der Zweige, innen aus Höhlungen,in denen die Reste der Insekten und die gelegten Eier befindlich sind.Ihre wesentlichen Bestandteile sind ein Harz, das dem Milchsafte des Bau-mes seinen Ursprung verdankt und ein rother Farbstoff, der von der Gum-milack - Schildlaus herrührt.

Körnerlack, Lacca in granis. Die von den Zweigen gesonderteMasse, welche dieselben wesentliche Bestandtheile enthält, als der Stock-lack kommt als Körnerlack, lacca in granis in den Handel.

Tafellack, Lacca in tabulis. Der schön rothe Farbstoff von derHarzmasse gesondert, heisst Lac-Lac oder Lac-Dy, hat aber nur eine geringeVerwendung. Das über Feuer ausgeschmolzene, von den Zweig - und Insek-tenresten gesonderte und in dünne Tafeln gegossene Harz ist das Tafellackoder Schellack, lacca in tabulis. Durch Verseifung und Trennung vermit-telst einer Säure wird es ganz weiss dargestellt, sogen, gebleichter Schel-lack, und zu weissen Lacken benutzt.

B. Weichthiere. Mollusca.

Die Mollusken sind wirbellose Thiere. Ihr Körper ist von den ver-schiedenartigsten Formen und meistens von einem fleischigen Man-tel, einem weichen, Schleim absondernden Hautlappen ein-gehüllt. Dem Gehirn entsprechen Ganglien, welche den Schlundin Art eines Ringes umgeben, oder im Körper zerstreut sind, aber un-ter einander zusammenhängen.

Körperbau. Die Bewegungsorgan e der Mollusken bestehen ent-weder in flossenförmigen Häuten, oder in einem fleischigen Fuss unter demBauche, auf dem sie fortkriechend sich bewegen. Die Verdauungsorganebestehen bei allen aus einem deutlichen gewundenen Darmkanale. Ath-mungsorgane sind als gefässreiche Lungenhöhlen oder auch Kiemen vor-handen. Es ist ein deutliches Gefässsys t ein mit einem dem Herzen ent-sprechenden centralen Organe vorhanden. Geschlechtsorgane. DieMolluscen sind entweder getrennten Geschlechtes, oder Zwitter, die sichgegenseitig befruchten.

Eintheilung. Man theilt die Molluscen in 3 Klassen: Kopffüss-ler, Cephalopoda; Kopfträger, Cephalophora; Kopflose, Acephala.

VIII. Klasse.

KopfFüssler. Cephalopoda.

Die Kopffüssler haben einen deutlich abg esonderten Kopf undkeinen Fuss. Der Kopf ist von 8—10 Armen umgeben und mit zwei