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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Kermes - Gummüack - Schildlans.

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legen, an der Stelle bleibend, ihre Eier. Eine Generation braucht 6 Wochenzu ihrer Entwickelung.

Die ursprüngliche Heimath der Cochenille - Schildlaus ist Südamerica,namentlich Mexico. Von dort wurde sie nach nach Nordafrika, (Algier)nach Westindien, Teneriffa etc. verpflanzt. Sie ist, wie dies lange ge-glaubt wurde, in ihren Wohnsitzen nicht auf die Pflanze beschränkt, aufder sie in ihrer Heimath lebt.

Zur Pflege und zur Benutzung der Cochenille - Schildlaus ist erforder-lich ein warmes sehr regenloses Klima, der Anbau von Pflanzen, auf denensie fortkömmt, Schutz der unentwickelten Thiere vor der eintretenden Re-genzeit, das Aufsammeln und Trocknen der Thiere. In ihrer ursprüng-lichen Heimath ist es die Nopalpflanze, Cactus coccionellifer, auf dem dieCochenille-Sehildlaus lebt, in Malaga und Algier zieht man sie auf Cactusopuntia, in Teneriffa auf Cactus decumanus.

Die Weibchen werden gesammelt und in Horden und besonderenTrockenvorrichtungen getrocknet. Es können in einem Jahr 5 Erndten ge-halten werden. Vor dem Eintritt der Regenzeit werden Pflanzentheile, aufdenen sich unentwickelte Thiere befinden in geschützten Orten verwahrtund nach Ablauf der Regenzeit wieder ausgesetzt.

Cochenille, Coccionella. Die in den Handel kommende Co-chenille besteht aus den eingetrockneten Weibchen der Cochenille-Schildlaus,Coccus eacti. Es sind kleine Insekten, von der Grösse eines Pfefferkornes,der Quere gerunzelt, oberhalb braunroth, weiss bestäubt, unterhalb glän-zend, noch mit den Rudimenten der Füsse versehen. Innen sind sie,zumal, wenn zerrieben, purpurrot!]. Die Cochenille kam früher nur ausSüdamerica, gegenwärtig ist namentlich Algier eine starke Bezugsquelle.Wie ungeheuer die Anzahl der Thierchen ist, lässt sich daraus abnehmen,dass, obwohl in neuerer Zeit mehrere andere Farbstoffe dem Verbrauch derCocheniile Abbruch thun, immerhin noch 1 Million Pfund in Europa ver-braucht werden mögen und dass zu 1 Pfund Cochenille 70000 Thierchenerforderlich sind.

Bestandtheile. Der Hauptbestandteil der Cochenille ist der Car-olin. Carmin besteht wiederum zum grössten Theile aus der Carmin-

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Verwendung. Die Cochenille ist, wegen ihres prächtig hochrothenFarbestoffes, ein sehr vielfach verwendetes Farbematerial, wird zur Rein-darstellung des Carmins und auch medicinisch benutzt.

Verfälschung. Verfälscht ist die Cochenille mit Blei vorgekom-men. Der Nachweis wird durch Veraschen und Prüfen auf Blei geführt.

Kermes-Schildlaus. Coccus ilicis.

Die Kermesschildlaus ist grösser als die Cochenille-Schildlaus, blau-schwarz gefärbt und weiss bestäubt.

Kermesbeeren. Grana Chermes. Die Kermes-Schildlaus, welchein wärmeren Gegenden Europas aufQuercus coccifera lebt, liefert getrock-net die Kermesbeeren. Es sind dies glatte, glänzende, röihlich brauneKörperchen, welche ganz die Gestalt von Beeren haben; zerrieben gebensie ein braunrothes geruchloses Pulver, enthalten einen braunrothen dauer-haften Farbestoff und werden dieserhalb verwendet.

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Gummilaek-Schildlaus. Coccus lacca.

Die Gummilack-Schildlaus hat einen ovalen, aus 12 Ringen bestehendenKörper, auf dem Rücken eine Leiste und ist von rother Farbe.