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Verbreitung der Pflanzen anf der Erde.
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und die Dienste, welche derselben speciell durch die Agricultur-Chemie ge-leistet worden, sind, ebenso wie die Erfolge ausserordentlich bedeutend.Gleichwohl ist die Aufgabe in allen ihren wesentlichen Bedingungen nochunerfüllt geblieben und die geistreichsten und gelehrtesten Menschen habendabei die allergrössten Irrthümer begangen.
Verbreitung der Pflanzen auf der Erde. Aus den verschie-denen für die Entwickelung des Pflanzenwesens erforderlichen allgemeinenBedingungen geht hervor, dass, indem die verschiedenen Gegenden undZonen der Erde jene Bedingungen in sehr verschiedenem Verhältniss zubieten im Stande sind, sich auch hiernach die Fülle und Ausdehnungpflanzlicher Vegetation richten wird. Wo jene Bedingungen am günstig-sten vorhanden sind, da ist auch die Vegetation am reichsten. Namentlichsind Feuchtigkeit und Wärme die beiden Grundbedingungen von denen,wie erwähnt, die Verbreitung der Pflanzen auf der Erdoberfläche haupt-sächlich abhängig ist.
Die näheren Erfordernisse, welche der Pflanze durch die Standortegeboten werden müssen und welche, theils in den durch diese Standortegebotenen Modifikationen jener allgemeinen Bedingungen, theils in beson-deren oder vorherrschenden Bestandteilen des Bodens bestehen, lassen diePflanzen in folgenden Hauptgruppen auftreten: Meerpflanzen, Süsswasser-pflanzen und Landpflanzen; die letzteren als: Alpen- oder Hochgebirgs-pflanzen, Bergpflanzen, Felsen- und Mauerpflanzen, Pflanzen der Ebene,Wald-, Wiesen-, Sumpf- und Torfpflanzen.
Die geographische Verbreitung der Pflanzen, ihr eigentliches Vater-land und ihre spätere Ausbreitung über die Erde knüpft sich an die geo-graphische Lage und die davon abhängigen klimatischen, atmosphärischenund Bodenverhältnisse der Länder. Im Besonderen ist die Verbreitung derPflanzen begrenzt durch die mittlere Jahrestemperatur, durch die höchsteund niedrigste Sommer- und Winter-Temperatur, durch die herrschen-den Feuchtigkeitsmengen und die Zusammensetzung des Bodens. Zucker-rohr erfordert z. B. eine mittlere Jahrestemperatur von 19° R., KaffeeU 1 ^ 0 R-, Oliven lO 1 ^ 0 R., Wein 7—12° R., Cerealien 6—14° R, die mei-sten Obstsorten 8—10° R.
Im Allgemeinen sind die Pflanzen um so weiter auf der Erdoberflächeverbreitet, je niedriger sie organisirt sind. Vom Aequator nach den Polennehmen Kryptogamen zu, natürlich ohne bis in die eigentlichen Polarge-genden hinaufzureichen ; denn die letzten arktischen Regionen sind ganzohne Pflanzenleben. In derselben Richtung nimmt die Zahl der dikotyli-schen Pflanzen gegen die der monokotylischen ab. In der umgekehrtenRichtung von den Polen nach dem Aequator nehmen die Dicotylen undbesonders Holzgewächse zu.
Gleichfalls sind die niedrigst organisirten Pflanzen die geselligsten unddie in grösster Menge vorhandenen. Die Masse der Einzelindividuen, wel-che diese repräsentiren, geht oft in das Ungeheuere. Die an einer ver-schimmelten Brodrinde sitzenden Schimmelpflanzen, die Pflanzen einesGährbottigs, die Oidiumpflänzchen eines von der Traubenkrankheit ergrif-fenen Weinstocks sind zahllos. Ebenso ungeheure Zahlen repräsentiren dieSumpfmoose, welche die Masse der Torfmoore gebildet haben und bil-den; die Tange, welche die Fucusberge der Südsee bilden; die Flechten,welche ganze Länderstrecken bedecken; die Praeriegräser etc.
Besonders verdient um die Kenntniss der Verbreitung der Pflanzenhat sich A. v. Humboldt gemacht. Durch ihn ist dieselbe zuerst einereingehenden wissenschaftlichen Beachtung unterzogen worden und bildet