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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Agricultur-Chemie, Landwirtschaft.

Bedingungen, in längerer oder kürzerer Dauer, aber nicht eher auf, bisdieselben in ihre immer einfacher und einfacher sich loslösenden elemen-taren Stoffe zerfallen sind. Je nach dem Grade dieses Zerfallens bezeichnen wirdas Zerfallen als Vermodern, Verwesen, Fäulniss, Gährung etc.

Für den Enlwiekelungsprocess, den die Pflanzenzelle vermittelt, herr-schen in Beziehung auf die Quellen jenes und die Ergebnisse gleichfalls be-stimmte Grenzen. Die Pflanzenzelle vermag nicht zu erzeugen, sondernnur umzubilden. Der Stoff muss ihr also gegeben sein, um ihrer schöpfe-rischen Thätigkeit zu geniigen. Und nur so ist diese zu verstehen, dasssie vermag, die ihr in dem Boden und der Atmosphäre gegebenen Stoffe,die wir als unorganisirt bezeichnen, in die Forai und die Activität der or-ganisirten Pflanzenwesen überzuführen. Alle einfachen oder zusammenge-setzten Stoffe, die wir in der Pflanze finden, sind von dieser von Aussenaufgenommen und in ihre Verbindungen und Gestaltungen gebracht worden.

In diesem Sinne kann man jene Stoffe, welche der Pflanze die Quellebieten, aus welcher sie ihre Organe und Gebilde schafft und durch derenUmschaffung ihr Leben nach Zeit und Dauer abhängig ist, Nahrungsmittelder Pflanze, und den Prozess selbst die Ernährung der Pflanze nennen.

Die Bedingungen, die Reihenfolge und die Bedeutung der einfachenSloffe, als Nahrungsmittel der Pflanze sind uns nur sehr mangelhaft bekannt.Es ist indess wahrscheinlich, dass Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff undStickstoff, in ihren Verbindungen als Kohlensäure, Wasser und Ammoniakdie Hauptnahrungsmittel der Pflanze bilden.

Eine geringere, gleichwohl wesentliche, Bedeutung in diesem Sinnehaben: Kieselsäure, Phosphorsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure, Kali, Na-tron, Kalkerde, Bittererde, Thonerde, Eisenoxyd, Manganoxyd etc. DieseStoffe werden von der Pflanzenzelle, nicht sowohl zur Bildung von Pflan-zenorganen benutzt, sondern scheinen die Bildung dieser nur als Hülfs-und Ersatzmittel zu begleiten und nur in secundärer Beziehung in den Bauder Organe oder Pflanzenstoffe mit hineingezogen zu werden, wie z. B. dieKieselsäure bei dem Bau der Gräser und Schachtelhalme, der Phosphorund Schwefel als Bestandteil des Eiweiss elc. Einige der genannten Stoffesind in allen Pflanzen vorhanden, z. B. Kali-, Natron-, Kalkerde-, Eisen-,Kieselsäure-, Phosphorsäure- und Schwefelsäure-Verbindungen; andere sindnur in einzelnen Pflanzen vorhanden. Es ist wahrscheinlich, dass unterden genannten Stoffen einige, in ihren der Pflanzenzelle zu leistenden Dien-sten, sich gegenseitig ersetzen können, andere dagegen sind für viele Pflan-zen unentbehrlich, so zwar dass diese, wenn sie ihnen nicht geboten wer-den nur unvollkommen gedeihen. Nicht alle Pflanzen enthalten daher auchdie genannten Stoffe und Verbindungen in denselben Verhältnissen; dochfindet man stets für eine und dieselbe Pflanzenart annährende Verhält-nisse derselben Bestandteile.

Agricultur-Chemie und Land wir thschaft. Aus der Kenntnissdieser allgemeinen, wiewohl noch nicht hinlänglich erforschten Bedingungenist man in neuerer Zeii bemüht gewesen, für die Pflanzencultur, die seit Jahr-tausenden den frühesten, wichtigsten und für die Entwicklung der menschli-chen Gesellschaft nothwendigsten Betriebszweig ausmacht, nutzbare Folge-rungen zu ziehen und diese demgemäss praktisch auszubeuten. Jahrtausendelang, und in der allerüberwiegendsten Mehrheit auch gegenwärtig noch, ha-ben die Menschen die Pilanzenculiur nur in der durch Beobachtung, Erfah-rung und Ueberlieferung ihnen bekannt gewordenen Weise ausgeführt. Inneuerer Zeit hat man die Aufgaben der Pflanzencullur wissenschaftlich zufixiren und in eine Doctrin zu bringen gesucht. Die daraus hervorgegangenerationelle Landwirihschafl ist eine der wichtigsten Aufgabe der Menschen