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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Eintheilung der Pflanzen.

dieselbe mit dem unabsehbar Nützlichen, welches daraus für die Entwicke-lung des Menschengeschlechtes entspringen wird, einen nicht geringenTheil des Anspruches, welchen jener Gelehrte auf die Anerkennung sei-ner Verdienste um die Menschheit hat. Nach A. v. H'umboldt Gesammt-bild der pflanzlichen Verbreitung treten in der Aequatorialzone besondersdie Palmen, in der tropischen Zone baumartige Farren, in der subtropi-schen Zone Myrten und Lorbeeren, in der wärmeren gemässigten Zoneimmergrüne Bäume, in der subarktischen Zone Nadelhölzer, in der arkti-schen Zone die Rhododendren, in der Polarzone Alpenpflanzen und Flechtenauf. Die Erhebung über den Meeresspiegel erzeugt ähnliche Unterschiedein der Vegetation, als die Entfernung von dem Aequator. So beschreibtz. B. A. v. Humboldt, wie er, aufsteigend aus den Tiefthälern der An-den bis auf deren höchste Gipfel, in kurzer Frist die pflanzliche Vegetationaller Zonen an sich hat vorüberziehen sehen.

Culturpflanzen. Ein Mysterium, das wir wohl nie ganz entziffernwerden, sind für uns die Beziehungen des Menschen in den Uranfängen derMenschengeschichte, ebenso nach den Orten, wo diese begonnen als nachder Art, wie sie den vorhandenen Verhältnissen gegenüber stattgehabt.Höchst wahrscheinlich war der Mensch zuerst Jäger, dann Hirt, dannAckerbauer und muthmasslich war das Hochland Tübets und dann dassonnige pflanzenreiche Hindostan die Wiege der Menschheit.

Ohne Zweifel hatte der Mensch erst dann die gottgegebene rechte Rich-tung der Sorge für seine Existenz ergriffen, als er sich der Cultur derPflanze hingab. Die Bedeutung , welche sich in dieser Beziehung der Pflanzefür die Menschen ergiebt, haben diese früh erkennen gelernt und diejeni-gen Pflanzen, welche sich besonders zur Nahrung eigneten, frühzeitig ge-pflegt und vermehrt.

Am frühesten möchte wohl die Banane, Pisang, Musa sapientum,die Nährpflanze der Mensehen gewesen sein. Noch heut bietet sie die un-erschöpfliche und Hauptnahrungspflanze der Tieflande der heissen Zone.Ausser der Banane sind von den Baumfrüchten als Nahrungsquelle nochwichtig die Früchte der Kokospalme, Cocos nucifera, für Ostindien; dieder Dattelpalme, Phönix dactylifera, für Afrika; und die des Brodbaumes,Artocarpus-Arten besonders für die Südseeinseln.

Die wichtigsten Körnerfrüchte sind: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer,Reis, Mais, Hirse und Buchweizen.

Wurzelnahrung liefern Kartoffeln, Tarro auf den Südseeinseln, dieYamspflanze in Ostindien und die Bataten in beiden Indien.

Eintheilung der Pflanzen.

System. Um die grosse Menge der Pflanzen kennen zu lernen undzu unterscheiden ist es erforderlich dieselben in übersichtlicher Schilderungund in gewissen Abtheilungen an einander zu reihen. Eine derartige Zu-sammenstellung und Eintheilung der Pflanzen in gewisse Klassen und Ord-nungen nennt man ein System.

Künstliches und natürliches System. Ein System, welchessich auf unterscheidende Merkmale gründet, die nur von einzelnen Pflan-zentheilen entnommen sind, denen daher in ihrer Gesammtanwendung im-mer etwas Willkürliches oder Künstliches innewohnt, nennt man ein künst-liches System.

Das vollkommenste künstliche System verdanken wir Linne\ Carlv. Linne", einer der grössten Naturforscher aller Zeiten (1707—1778), ge-