Erscheinungen des Pflanzenlebens.
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wichtig ist; ferner Metalloxyde, worunter Eiseuoxyd zu nennen ist, ausser-dem Kieselsäure und phosphorsaure Verbindungen etc.
Unter diesen allgemeinen Bedingungen gehen die Lebenserscheinungender Pflanzen vor sich. Das Leben der Pflanze geht aus der Gesammtthä-tigkeit ihrer Organe hervor. Als Ursache jener Thätigkeit nehmen wir einebesondere Kraft, die Lebenskraft, an. Die Lebenskraft als solche lässt sichnicht deflniren, es ist höchst wahrscheinlich die Summe aller vorhandenenNaturkräfte, die durch gemeinsames Zusammenwirken und Ergänzen in derLebenskraft der Pflanzen und noch mehr in der der Thiere ihre höchstgesteigerte Potenz erreicht haben.
Die Lebenskraft zeichnet sich hauptsächlich durch ihr Vermögen aus,die, die einfachen chemischen Stoffe beherrschende chemische Verwandt-schaft in eigenthümlicher Weise zu modificiren, so zwar, dass jene StoffeVerbindungen eingehen, in welchen sie nicht mehr wie sonst allein der che-mischen Verwandtschaft gehorchen.
Diese Verbindungen, die hieraus enspringen zeigen die Eigenthümlich-keiten, welche wir in der Zusammensetzung der organischen Körper beob-achten. Es erwächst hieraus auch die Schwierigkeit der künstliehen Dar-stellung der organischen Verbindungen. Höchst wahrscheinlich werden wirnur auf die ausnahmsweise und zufällige Herstellung einiger dieser be-schränkt bleiben, insofern wir eben nie im Stande sein werden die Ein-flüsse der Lebenskraft zu fixiren.
Die Hauptwirkung der Lebenskraft der Pflanze fliesst zusammen inder Bildung der Pflanzenzelle. In den der Pflanzenzelle gewordenen Eigen-schaften offenbart sich eine wunderbare schöpferische Thätigkeit. Unterdie allgemeinen Bedingungen für die Entwickelung der Pflanze gestellt ver-mittelt die Zelle den Lebensprocess der Pflanze und stellt eigentlich denMikrokosmus des Pflanzenlebens vor. Für die Erklärung der unendlicheMannigfaltigkeit in den Gebilden der Pflanzenwelt, sowohl in Beziehungihrer Formen, der Innen- und Aussengestaltung ihrer Organe, als auch inBeziehung auf ihre Ausdehnung und den ihnen vorgeschriebenen Periodis-mus, können wir nur auf die Elasticität der Lebenskraft der Pflanzenzelle,gegenüber den ihr gebotenen verschiedenen Entwickelungsbedingungen zu-rückgreifen.
Das Wachsthum der Pflanze hat eine Grenze, sowohl der Zeit als derAusdehnung nach. Gleichwohl sind die Grenzen ausserordentlich verschie-den. Das Alter manches Affenbrodtbaumes berechnet man auf 2—3 Jahr-tausende, während der ganze Lebensprocess vieler Pflanze innerhalb einesJahres und jener der untergeordnetsten innerhalb weniger Stunden beendetist. Nicht weniger verschieden sind die Grenzen in der Ausdehnung desRaumes, und der Zahl, welche die verschiedenen Pflanzen einnehmen.Viele Pflanzenwesen bestehen nur aus einer Zelle, ein Cubikfuss Holz ent-hält mehrere Millionen Zellen und ein einziger Affenbrodtbaum bildet ganzeHolzberge.
Der Entwickelungsprocess der Pflanze befolgt einen vor- und rück-schreitenden Gang. Ist der für jede Pflanze gegebene Culminationspunkterreicht, dann hört, auch unter der Fortdauer der äusseren günstigen Be-dingungen, die Weiterentwickelung auf. Diese nimmt von da ab und er-reicht endlich einen Punkt, wo sie ganz aufhört. Wir nennen diesen Punktden Tod. Von der Zeit an, wo die Pflanze abgestorben ist, treten für dasWeiterverhalten ihrer Bildungstheile nur die allgemeinen Kräfte auf. Inson-ders macht die chemische Affinität ihre Rechte geltend; die nach den Ge-setzen dieser stattfindende Wechselwirkung zwischen den Pflanzengebilden unddem Sauerstoff der Atmosphäre beginnt und hört, je nach den vorhandenen
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