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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Allgemeine Bedingungen und

toffeln in den Kellern ungefärbt; das Chlorophyll, der grünfärbende Stoffder Blätter, und die Farben der Blüthen entwickeln sich nur am Lichte.Viele und besonders die für den Haushalt des Menschen wichtigsten Stoffe z. B.Zucker, Gummi, Stärke, Oel, Proteinverbindungen bilden sich und lagernsich ab in den Pflanzen, nur wenn die Pflanzen ausser' unter dem Einflussder Wärme auch unter dem des Sonnenlichtes stehen.

Nächstdem ist die atmosphärische Luft für die Entwickelungdes pflanzliehen Lebens unentbehrlich. Die atmosphärische Luft bietet derPflanze zwei wichtige Lebensquellen die Kohlensäure und das Was-ser. Die Pflanze nimmt von beiden und zwar höchst wahrscheinlich zugleicher Zeit grosse Mengen auf, schafft aus ihnen die erstaunlichen Massender Kohlenwasserstoffverbindungen, aus welchen ihre Organe gebildet wer-den und aus denen die in ihnen abgelagerten Stoffe hauptsächlich bestehen, giebtaber auch, obwohl in untergeordnetem Verhältniss und besonders bei Aus-schluss des Lichtes — in der Nacht — aufgenommene Kohlensäure wie-der ab. Im Laufe dieser Wechselbeziehungen des pflanzlichen Organis-mus zu Kohlensäure und Wasser und unter dem Einflüsse von Wärmeund Licht wird, ausser, dass concrete Kohlenwasserstoffverbindungen ge-bildet werden, Sauerstoff frei und von der Pflanze ausgeathmet. Der Le-bens- und Entwickelungsprocess der Pflanze, die Aufnahme der durch denAthmungsprocess der Thiere, den Verbrennungs-, Fäulniss-, Gährungs- etc.Process ausgeschiedene Kohlensäure und die Abgabe von Sauerstoff sinddie dauernden Quellen athmungsfähiger Luft.

Eine wesentliche Bedingung für die Entwickelung und das Leben derPflanze ist auch das Vorhandensein von Wasser. Ohne Feuchtigkeit kannkein Same keimen. Wasser ist eine recht eigentliche Nahrungsquelle fürdie Pflanze und zwar in mehrfacher Beziehung. Einmal wird das in derLuft als Wasserdampf vorhandene Wasser von der Pflanze aufgenommenund dient dasselbe auch hier höchst wahrscheinlich vermittelnd für diegleichzeitige Aufnahme der Kohlensäure. Dann wird Wasser durch dieWurzeln der Pflanze aus dem Boden aufgenommen und vermittelt hier dieZuführung der aus dem Boden stammenden, für die Pflanze bestimmtenNahrungsmittel, des Ammoniak und der aus der Zersetzung des Humussich bildenden Kohlensäure, sowie auch der gleichfalls notwendigen mine-ralischen Stoffe. Endlich vermittelt das Wasser die gesammte Saftbewe-gung, das Aufsteigeu des Saftes von Zelle zu Zelle, welches, wie schonerwähnt, die. Grundbedingnng für das Leben der Pflanze ist.

Aus dem Boden entnimmt die Pflanze durch ihre Wurzeln das fürdas Aufsteigen des Saftes erforderliche Wasser. Der Boden, und zwarhauptsächlich der zur Pflanzencultur vorbereitete Boden, hat durch seinedarauf abzielende Mischung, durch seinen Humus- und Thongehalt die Ei-genschaft Wasser anzuziehen und lange an sich zu halten. Der Bodenbietet ferner durch das unausgesetzte Zerfallen des Humus in Kohlensäureder Pflanze auch eine Kohlensäurequelle. Der Boden, und hauptsächlichwieder der zur Pflanzencultur vorbereitete Boden, bietet der PflanzeAmmonverbindungen, aus denen die Pflanze die stickstoffhaltigen Stoffeschafft und ablagert, welche als Proteinverbindüngen so grossen Werth fürdie Erhaltung des Menschen und der Thiere haben. Ausserdem bietet derBoden der Pflanze eine Reihe mineralischer Stoffe, welche, obwohl nichtalle gleich wichtig für jene, doch immer einzeln für besondere Pflanzenbesondere Wichtigkeit erlangen. Solche Stoffe sind: die Alkalien, welchezumeist aus den in Zersetzung begriffenen feldspathigen Gesteinen und ausdem hieraus hervorgegangenen Thone stammen; die Erden, worunter be-sonders die Kalkerde als kohlensaure und schwefelsaure Kalkerde (Gyps)