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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Allgemeine Bedingungen und Erscheinungen des PflanzenlebensFig. 334.

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vorhanden, so wird auch dieses verändert und alsflüssige Nahrung dem Würzelchen zugeführt. InFolge des Aufschwellens des Samens reisst dieSamenschale. Das Stöckchen verlängert sich amWurzelende, tritt hervor und wendet sich der Erdezu, während aus dem Knöspchen der nach obensich entwickelnde Stamm ausbildet Fig. 334.

Diesen Entwickelungsprocess bezeichnet manals Keimprocess oder das Keimen.

Allgemeine Bedingungen und Erscheinungendes Pflanzenlebens.

Das Leben der Pflanze tritt der Reihenfolgenach in folgendem Periodismus auf: die Keimung,das Waehsthum, dieBlüthe und die Frucht-bildung.

Sollen diese Lebensacte der Pflanze ungehin-dert von Statten gehen, so sind dafür gewisse all-gemeine Bedingungen erforderlich. Diese Bedin-gungen sind, nicht für alle Pflanzen in derselbenAusdehnung, gleichwohl für alle erforderlich. Essind dies: Wärme, Licht, atmosphärischeLuft, W T asser, Boden und die Zersetzungs-producte desselben.

Für die Ausbildung jeder Pflanze in den, ihrdurch den angegebenen Periodismus bezeichnetenStadien, ist ein gewisses Maass und eine gewisseDauer von Wärme erforderlich. Anhaltend über,oder unter jenen gelegene Wärmeverhältnisse über-dauert keine Pflanze, sie vertrocknet oder ver-kümmert. Im Allgemeinen sind höhere Wärme-verhältnisse der Entwickelung des Pflanzenlebensgünstig. Die Flora der Tropenländer ist die reichste,die der mittleren Zone ist weniger reich und amärmsten die der Polargegenden. Feuchte Wärmebegünstigt die Blattentwicklung, trockne die Fruchtbildung.

Verschiedene Klimate und die verschiedenen Jahreszeiten eines Klima'sbringen verschiedene Pflanzen hervor.

Die Pflanzen der warmen Zone gedeihen selten in der mittleren, niein der kalten Zone; in der mittleren werden sie meist unfähig zur Frucht-bildung. Die Wachsthumsperiode fällt in unserem Klima bei den meistenPflanzen in die warme Jahreszeit, der Winter bedingt ein Sinken, keines-wegs ein Aufhören des Pflanzenlebens.

Ausser der Wärme haben die Pflanzen besonders auch Licht nöthig.Das Sonnenlicht übt den unmittelbarsten Einfluss auf alle Lebenserscheinungender Pflanze aus. Die Aufnahme und Ausdünstung von Gasarten, ein raschererSaftwechsel, die Färbung der verschiedenen Pflanzentheile und die Entwicke-lung, Bildung und Ablagerung vieler Pflanzenstoffe ist ganz wesentlich vondem Einfluss des Sonnenlichtes abhängig. Alle Pflanzen wachsen demLichte zu, wie man sich an allen in Stuben und Treibhäusern gezogenenPflanzen überzeugen kann. Ohne Licht bleiben z. B. die Keime der Kar-Ziurek, Elementar-Handbuch der Pharmacie. 54