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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Der Samen.

Fig. 333.

chen, das mit dem Knospengrund im Innern des Fruchtbodens befe-stigt ist. Im Innern derselben bildet eine Zelle eine kleine Höhlung, denKeimsack. Um den Keimsack liegt der Knospenkern und um diesen eineeinfache oder doppelte Hülle, die äussere und innere Knospenhülle. Dieseschliesst sich indess nicht, sondern lässt an der Spitze des Knospenkerneseine Oeffnung, den Knospenmund.

Die Samenknospen sind nach der Gestaltung und näheren Anordnungder genannten Theile entweder umgekehrte, gekrümmte, halb ge-krümmte, gebogene oder grade Samenknospen. Fig. 332 stellt einegrade Samenknospe vor.

Sobald der Pollenschlauch in den Keimsack des Knospenkernes einerSamenknospe gedrungen ist, ist die Befruchtung dieser vollendet. An derStelle, wo der Pollenschlauch eingedrungen ist, beginnt sofort die Ent-wicklung von neuem Zellgewebe und es bildet sich an dieser Stelle derKeim, Embryo, als Anlage einer neuen selbstständigen Pflanze.

Der Same, der sich auf diese Weise aus der Samenknospe entwickelthat, besteht aus der Samenhülle, integumentum seminis und dem Sa-menkern, nucleus.

Der Samenkern, nucleus, ist der von den Samenhäuten um-schlossene Theil des Samens. Es besteht entweder aus dem Keim allein,oder er enthält neben dem Keim noch den Eiweisskörper, albumen.

Der Keim, Embryo, ist die Anlage zu einerneuen Pflanze, welche Anlage durch die Befruchtungentstanden ist. Der Keim ist der wesentlichste Theildes Samens. Er besteht aus dem Samenlappenkör-per, corpus cotyleum oder dem Samenlappen, Coly-ledo cc Fig. 333 und der Keimpflanze, blastus seublastemma, an welcher das Stock chen, caudiculuscd. Fig. 333 und das Knöspchen g Fig. 333. DerSamenlappenkörper ist der Theil des Samens, wel-cher das Knöspchen umschliesst. Er ist entwederungetheilt und wird dann als einzelner Samenlappen betrachtet oder er istgetheilt und zwar überwiegend in 2 seltener in 3 — 12 Samenlappen,cotyledones.

Die Pflanzen mit ungetheiltem Keime heissen ein s amenlappigePflanzen, plantae monocotyledones seu monocotyleae. Die Pflanzen, derenKeim mit 2 Samenlappen versehen ist, heissen zweisamenlappigePflanzen, plantae dicotyledones seu dicotyleae. Pflanzen, welche einenmit mehreren Samenlappen versehenen Keim haben heissen vielsamen-lappige Pflanzen, plantae poly cotyledones seu polycotyleae.

Die Keimpflanze, blastus, blastemma, besteht aus dem Stöckchencaudiculus cd Fig. 333 und aus dem Knöspchen, gemmula g Fig. 333. Ausdem Stöckchen wird im Verlauf der weiteren Entwickelung der Hauptstockder Pflanze. An ihm ist ein aufwärts wachsender Theil, das Stengelchen,caudiculus, und ein niederwärts wachsender Theil, das Würzelchen, ra-dicula, vorhanden.

Das Knöspchen, gemmula, ist die Anlage zum neuen Stamm. In-dem nun der Keim im reifen Samen sich entwickelt, wozu ein hinreichen-der Grad von Wärme und Feuchtigkeit erforderlich ist, beginnt ein neuesund selbtsändiges Pflanzenleben. Der Same saugt Feuchtigkeit auf, dasSamenkorn schwillt an, das Stärkemehl desselben fängt an in Gummi undZucker umgewandelt zu werden, welche Nahrung von den Zellen der Sa-menlappen aufgenommen und dem Würzelchen zugeführt wird. Ist Eiweiss