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Die Staubgefässe.
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Die lippenförmige Blumenkrone, corolla labiata, Fig. 317. 318.319, ist eine röhrenförmige Blumenkrone, welche entweder durch ein einerLippe ähnliches Anhängsel, oder durch zwei stärkere Einschnitte, die Formerhalten hat, die ihr die Bezeichnung gegeben. Sie ist dadurch in die Ober-lippe und die Unterlippe getheilt. Erstere ist oft gewölbt Fig. 317 und
Fig. 317.
Fig. 318.
Fig. 319.
Fig. 320.
heisst dann Helm, galea. Ist die Oberlippe verkümmert, oder fehlt sieganz, so entsteht die einlippige Blumenkrone Fig. 318. Die Unter-lippe ist meistens in drei Lappen oder Abschnitte getheilt. Der untereröhrenförmige Theil der Lippenblume heisst der Schlund, faux. DerRaum zwischen der Ober- und Unterlippe heisst Rachen, rictus. Deruntere an den Schlund grenzende Theil der Unterlippe heisst Gaumen,palatum. Kann man ungehindert in den Schlund hineinsehen, so heisst indiesem Falle die Lippenblume rachenförmig, c. ringens Fig. 317; istder Schlund durch eine wulstige Auftreibung der Unterlippe geschlossen,so heisst die Lippenblume maskirt, c. personata Fig. 319.
Die mehrblättrige Blumenkrone ist entweder regelmässig, wennlele Blumenblätter (perala) gleichgestaltet, oder unregelmässig, wennlatzteres nicht der Fall ist.
Die schmetterlingsförmige Blumenkrone, c.pa-pilionacea Fig. 320 ist eine unregelmässige Blumenkrone,die aus fünf Blättern besteht. Von diesen heisst dasobere grösste die Fahne, vexillum v Fig. 320; diebeiden seitlichen die Flu gel, alae, a a Fig. 320, und diezwei unteren zusammengeneigten oder zusammenge-wachsenen das Schiffchen, oder der Kiel, carinac Fig. 320.
Die Staubgefässe, stamina.
Den dritten Blattkreis der Blüthe bilden dieStaubgefässe. Sie sind aus den Blüthenblätiernhervorgegangen und daher veränderte Blätter. Siestellen die befruchtenden oder männlichen Ge-schlechtsorgane vor, die nach der Befruchtung ab-sterben.
Man unterscheidet an den Staubgefässen denStaubfaden, filamentum f Fig. 321, den Staub-beutel, anthera a Fig. 321 und den Inhalt desStaubbeutels den Bef ruchtungsstaub, pollen.
Der Staubfaden ist nur der Träger des Staub-beutels und daher ein unwesentliches Organ, dasoft fehlt. Er ist aus dem Blattstiel des Blattesentstanden, aus welchem das Staubgefäss sich ge-bildet hat.
Fig. 321.