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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Feuerbüdimgen und Wasserbildungen

gen aus einer oder mehreren Oeffnungen fortdauernd Dämpfe, Gase, Aschein die Höhe. Schliessen sich diese Oeffnungen zeitweise sämmilich, so er-folgen Erdbeben und endlich Ausbrüche. Dem letzten Ausbruche des Ve-suvs (1858) gingen die fürchterlich zerstörenden Erdbeben in Neapel voraus.Zur Zeit dieser staueten sich die Wasser der Nordsee an den Küsten Holl-steins 4 5 Fuss hoch. Frühere Ausbrüche und Aschenregen des Vesuvshaben Herculanum und Pompeji verschüttet. Die gegenwärtig in Europanoch thätigen Vulkane sind: der Vesuv, Aetna, Stromboli, Hecla und nocheinige unbedeutendere isländische Vulkane. Erloschene Vulkane sind dage-gen sehr häufig, namentlich auch in Deutschland in der Eifel am Rhein etc.Ausgezeichnet durch ihre Höhe und die Mächtigkeit ihrer Eruptionen sinddie Vulkane der Andenkette. Einzelne derselben, z. B. der Cotapaxi sindnahe an 18,000 Fuss hoch. Die glühenden flüssigen oder halbflüssigen Ge-steinsmassen haben, indem sie erhärteten, die vulkanischen Gesteinegebildet.

Feuerbildungen und Wasserbildungen. Nach der erwähntenTheorie der Erdbildung denkt man sich sämmtliche die Erdoberfläche bil-dende Gesteinmassen hervorgangen aus zwei, von einander durch die darinauftretenden Kräfte verschiedenen, grossen Bildungsprocessen.

Innerhalb des einen denkt man sich die Bestandtheile des Erdenkörpers,ihr Verhalten gegen einander, die daraus hervorgegangenen Bildungen ge-schehen unter dem Einflüsse der Wärme. Da eine chemische Wechselwir-kung der die Erddecke bildenden Körper nur im flüssigen Zustande möglichist, vielfache Folgerungen und thatsächliche Beobachtungen, z. B. bei nochthätigen Vulkanen, dies auch unterstützen, so denkt man sich für diese Bil-dungsvorgänge die Bestandtheile der Erdoberfläche in geschmolzenem, oderdoch in halbflüssigem glühendem Zustande. Alle Gesteine, welche inner-halb dieses Bildungsprocesses entstanden sind und noch entstehen, begreiftman unter der Bezeichnung Feuerbildungen oder plutonischeGesteine. Mit der Entstehung des Urmeeres zu einer Zeit, innerhalbwelcher dasselbe durch die allmälige Erkaltung der Oberfläche bestehenkonnte, tritt das Wasser als ein weiteres Uragens auf. Es beginnteine neue Phase, in welcher das Wasser, unterstützt durch die hohe Tem-peratur und die in dem Wasser gelösten chemischen Verbindungen, dasVerhalten derselben gegen einander in diesem gelösten Zustande, fernerdie furchtbare mechanische zertrümmernde Gewalt überhitzter Wasser-dämpfe und die wieder aufbauende anschwemmende Thätigkeit des con-densirten Wassers in Scene tritt. Die gesammten Gesteinsmassen, welchesich als Bildungen dieser Phase, von dem Auftreten des Urmeeres an biszur Gegenwart charakterisiren, begreift man unter der Bezeichnung Was-serbildungen oder neptunische Gesteine.

Plutonische und vulkanische Gesteine. Insofern wir nochin der Gegenwart die Bildung vulkanischer Gesteine aus feurig flüssigenGesteinsmassen erfolgen sehen reicht die Herrschaft der Feuerbildungenvon dem Beginn der Bildung der ersten, aus feurig flüssigem Zustande er-härtenden Erdrinde bis in unsere Zeit. In Rücksicht aber auf die Ausdeh-nung und die Herrschaft dieses Feuerbildungsprocesses ist zwischen ehe-mals und jetzt ein sehr grosser Unterschied. Einstens, d. h. in der frühe-sten Periode, war der Feuerbildungsprocess der allgemein herrschende.Die ganze Erde war in feurig flüssigem Zustande. Durch Erkaltung bildetesich die erste Erddecke. Diese Erddecke wurde durch fortschreitende Er-kaltung mächtiger und mächtiger. Sie zog sich zusammen und übte hier-durch einen furchtbaren Druck auf den innern flüssigen Kern aus. Endlichmusste dieser sich erhöhende Druck zu einem Durchbruch und zu einem