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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Steinkohlenbildungen. Flötzgebirge.

granitischen Gesteine gewesen. Dieser Zeitpunkt ist nicht rasch beendigtoder eben ein abgeschlossener gewesen. Die Massengesteine haben anden Stellen, wo ihre Erhebung geschah, die gebildeten Schichtengesteine durch-brochen und bedeckt. Durch die dabei vorgehenden gewaltigen Erdreac-tionen sind auch hie und da schon vorhandene organische Wesen ge-tödtet, von dem Massenstrome überfluthet und später versteinert. DasErkalten der Erdrinde und damit auch ihr Druck auf die innere Erd-masse ist aber fortgeschritten. Weil die Erdrinde dann eine schonviel bedeutendere erkaltete und erhärtete Schicht ausgemacht hat, so istdas Gegengewicht derselben gegen diesen Druck auch grösser gewesen.Um so mächtiger und grossartiger ist aus diesem Entgegenwirken dannder Erfolg gewesen, wenn ein Ausfluss der Erdmasse, und in Folgedessen eine Erhebung derselben zu Gebirgsmassen geschehen ist. Diesist der Zeitpunkt der Bildung der jüngsten Massengebirge, der höchstenunserer Erde, der Alpen, Anden, Himalaya etc., die -aus jüngeren kristallini-schen, granitischen Gesteinen bestehen, gewesen. Wasser, in seiner damali-gen Zusammensetzung, das sich in die erstehenden Erdspalten ergossenund folgend dem Einflüsse der Schwere durch dieselben mit der hocherhitzten inneren Erdmasse in Berührung gekommen und dadurch urplötz-lich und in ungeheuerem Maasse zu überhitzten Wasserdämpfen verwan-delt worden ist, hat durch die gewaltige ausdehnende Macht der furcht-bar hoch gespannten Dämpfe die Spalten erweitert und so mittelbar jeneErhebungen veranlasst.

Steinkohlenbildungen. In den ungleich längeren Perioden, diezwischen den Erhebungen der jüngeren Massengebirge gelegen, hat auchdas Leben und die Entwickelung organisirter Wesen in viel ausgebreile-terem und mächtigerem Maassstabe stattgefunden. Höher entwickelte Pflanzenund Thiergattungen haben damals gelebt. An die Farrenkräuter der frühe-ren Perioden haben sich damals Monokotylen, Nadelhölzer und Palmen, andie Polypen, die Fische, Lurche und Pchalenthiere in grossen Massen ge-schlossen. Insbesondere haben sich damals Pflanzen, unterstützt durch dieimmer gleich hohe Temperatur und die grossen Massen von Kohlensäure inder Atmosphäre in ausserordentlicher Fülle entwickelt. Der noch immerwarme lockere Boden der Schichtengesteine hat sich in kurzer Zeitdort wo er durch die Reactionen des Erdinnern aus dem Wasser erhobenwar, mit einer dichten reichen Decke pflanzlicher Organismen be-deckt. Die Allgewalt der inzwischen immer wieder eintretenden Erdrevo-lutionen, die Erhebung der Erddecke an einzelnen Orten , die damit ver-bundene Stauung der Gewässer an anderen, hatte dort, wo sie stattgefunden,auch das allermächtigste organische Leben überwunden, Wälder geknickt,überdeckt oder entwurzelt, pflanzliche Organismen zu mächtigen Holzber-gen gethürmt, später mit den Bildungstheilen der jüngeren Sehichtengesteineüberfluthet und dann unter dem Riesendrucke der abgelagerten und allmäligerhärtenden Gesteine und der noch herrschenden hohen Temperatur zudichten festen Massen gebildet. Dies war die Periode und die Entstehungder Steinkohlenbildungen.

Flötzgebirge. In ungeheueren Zeiträumen, aus fortgesetzter Wech-selwirkung des Wassers und der in demselben gelösten Bestandtheile, mitder jedesmaligen obersten Erddecke, oder mit der zufällig oder durch dieinzwischen niemals ganz unterbrochenen Reactionen des immer noch flüs-sigen, aus Lava, Basalt, Porphyr, Grünstein bestehenden Erdinnern, bildetensich die späteren Gesteinsschichten. Theils weil das Wasser durch dasfortschreitende Eingehen von Verbindungen Seitens der in ihm ursprüng-lich gelöst gewesenen Säuren seine zersetzende Kraft mehr und mehr ein-