Urmeer.
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peratur in feurig flüssigem Zustande gehalten worden und ist von einer,aus den bei dieser Temperatur gasförmigen Körpern gebildeten Atmosphäreumgeben gewesen. Alle die feuerbeständigen Verbindungen der Thon-erde, Talkerde, Kieselsäure ete. sind damals flüssig gewesen; das Wasserbefand sich als Dampf in der Atmosphäre und mit ihm die Dämpfe derHaloide etc.
Allmälig hatte die glühend flüssige Erde Wärme nach dem Welträumeausgestrahlt und ist in Folge dessen auf der Oberfläche erkaltet. Dieschwer schmelzbaren Gemengtheile begannen sich als kristallinisch blätt-rige, feste Krystalle auszuscheiden und eine mehr und weniger erhärtendeRinde um den glühend flüssigen Erdkern zu bilden; es war dies der An-fang der Bildung der Erdoberfläche.
Urmeer. Damit zusammen fällt die durch die Abnahme der Tem-peratur erzeugte Condensation der weniger flüchtigen Dämpfe der Atmo-sphäre, die Bildung des Urmeeres, welches dann auch in dem Vorhan-densein einer festen Erddecke die Stätte zur Abscheidung fand.
Schichtgesteine. Von hier ab ist die Fortentwickelung und Um-bildung der Erdoberfläche, theils durch die Wechselwirkung zwischen denBestandtheilen der flüssigen und festen Erddecke, theils durch die Reac-fionen des feurig flüssigen Erdinnern gegen seine erhärtende Hülle und dieim Gefolge stattfindenden mechanischen Momente erfolgt.
Das Urmeer hat nicht wie das jetzige blos einige Chlor-, Brom-,Jod- etc. Verbindungen enthalten, sondern es sind damals in demselbenalle condensirten Verbindungen des Schwefels, Fluors, Chlors, Broms,Jods etc. ausserdem grosse Mengen Kohlensäure enthalten gewesen.Dem Urmeere wohnt also ungleich grössere Lösungsfähigkeit inne,als dem gegenwärtigen. Diese hat es, unterstützt von der noch herr-schenden hohen Temperatur auch ausgeübt. Grosse Massen von der aus Kiesel-säureverbindungen der Thonerde, Talkerde, Kalkerde bestehenden erkaltetenErdrinde sind wieder aufgelöst und bei weiter fortschreitendem Erkaltenin veränderter Zusammensetzung als Schichten von kieselsaurer Thonerde,kieselsaurer Kalkerde, Kieselsäure als Sandstein etc. ausgeschieden worden.Dies ist der Zeitpunkt der Bildung der ältesten Schichtengesteine, der äl-testen Schiefer, Grauwackenbildung und des Uebergangsgebirges gewesen.
Organisirte Wesen. Zugleich mit der Bildung der Schichtenge-steine beginnt die Erstehung organisirter Wesen. Pflanzen und wahrscheinlichgleichzeitig mit ihnen Thierwesen, beiderseits den untersten Entwickelungs-graden angehörend, begannen damals zu leben.
Eruptive Bildungen. Aus der Einwirkung des Urmeeres, ausder allmälig weiter fortschreitenden Condensation der in der Atmosphärevorhandenen Gase und Dämpfe und der Reaction und Wechselwirkung derverdichteten flüchtigeren chemischen Verbindungen mit der erkalteten Erd-rinde, ihrer fortschreitenden Zersetzung und Ablagerung in anderer Zusam-mensetzungen und in Schichtenlagen istjedoch die Gestaltung der Erdoberflächenicht allein hervorgegangen. Die feste Erddecke musste sich in Folge ihresErkaltens zusammenziehen. Hierdurch sind Spalten und Risse entstan-den, durch welche die innere glühende flüssige Masse, emporgetrieben durchden ungeheuren Druck der sich zusammenziehenden Erdrinde, sich ergossenund, an der Oberfläche erkaltend und erstarrend, hat sie sich zu immerhöheren und mächtigeren Erhebungen aufgethürmt. Dies ist der Zeitpunktdes Entstehens der ältesten Massengebirge oder der ältesten krystallinischen,
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