Allgemeine Geognosie.
789
erz 15—20 pC. Quecksilber. Fundorte, Idria in Illyrien und Almaden inSpanien.
III. Klasse. Mineralien, worin zum Thoil organische Verbindungen
enthalten sind.
In diese verhältnissmässig sehr kleine Klasse von Mineralien gehöreneinzelne chemische Verbindungen organischer Säuren, einige Erdharze unddie natürlichen, flüssigen Kohlenwasserstoffverbindungen.
Von den ersteren wäre als Originalität des Vorkommens einer orga-nischen Säure im Mineralreiche im Humboldif zu erwähnen. Er be-steht aus kleesaurem Eisenoxydul.
Die hierher gehörenden Erdharze, Bernstein und Asphalt unddie flüssigen Kohlenwasserstoffverbindungen Steinöletc. haben wir bereitsin der Chemie kennen gelernt.
Geognosie.
Allgemeine Geogno sie.
Die Lehre von den einzelnen Mineralien, ihre. Charakteristik und ihreUnterordnung in Systeme verleiht, auch dann, wenn sie umfassender ge-geben wird, als dies hier möglich ist, nur sehr lose zusammen-hängende mineralogische Kenntnisse. Den zu einer lebensvollen Natur-anschauung des Steinreiches erforderlichen Zusammenhang der Kennt-nisse erreicht man erst, wenn man die natürliche Anordnung der Mi-neralien , das Verhältniss kennen lernt, in welchem dieselben unter sichund zu dem Erdganzen stehen. Dies erreicht man durch die Geognosie.Die Geognosie veranschaulicht dieses grosse Bild des Erdganzen haupt-sächlich dadurch, dass sie vorzugsweise diejenigen Gesteine kennen lehrt,welche den natürlichen Zusammenhang der Erdrinde durch ihre Masse undAusdehnung beherrschen.
Gestalt und Grösse der Erde. Die Erde, unsere irdische Hei-math, ist eine ungeheure, an den Polen abgeplattete, an dem Aequator er-weiterte Kugel. Ihre Axe , d h. die Linie, welche man sich von einemPole der Erde zu seinem entgegengesetzten durch das Innere der Erde ge-zogen denkt, beträgt 1712, 9 Meilen, ihr grösster Durchmesser 1718, g deut-sche Meilen. Die Gesammtoberfläche der Erde beträgt 9,282,000 Quadrat-meilen. Von diesen ist der überwiegend grössere Theil mit "Wasser be-deckt.
Die Meere. Die grosse, zusammenhängende Wassermasse, welchedie fünf Erdtheile umfliesst und die aus fünf Hauptmeeren : dem nördlichenEismeer, dem südlichen Eismeer, dem atlantischen Meer, dem grossenOcean oder der Südsee und dem indischen Ocean besteht, nimmt einen Flä-chenraum von 0,780,000 Quadratmeilen ein. Ausser diesen Hauptwasser-becken des Erdballs beträgt die Oberfläche der Binnenmeere, Seen undLandseen, der Ströme und Flüsse noch mehr als eine halbe Million Qua-dratmeilen, so dass, wenn man die ganze Erdoberfläche in 100 gleicheTheile theilt, 73 Theile derselben vom Wasser und 27 Theile von dem fe-sten Erdboden eingenommen werden.
■ Die Erdmasse. Dies Verhältniss, in welchem Wasser zu der festenErddecke nach ihren Oberflächen steht, wird ein sehr umgekehrtes, wennman statt des Verhältnisses der Oberflächen das der Massen festzustellen
».