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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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775
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Gruppe Kolüo.

gelb oder braun, traubig oder kuglig Chalcedon, apfelgrün durch Nickelgefärbt Chrysopras, streifig in den Farben wechselnd Achat, blutrothoder fleischfarbig Carneol, mit gross muschligem ausgezeichnetem Bruche,sehr scharfkantig, grau, gelblich Feuerstein, braun, schwarz, blutrothdurch Eisenoxyd gefärbt Jaspis.

Fundorte: Kieselsäure in seinen verschiedenen Zuständen findet sichüberall auf der ganzen Erde, Bergkrystalle finden sich in Brasilien bis zu20 Fuss im Umfange, auch in Europa (Tyrol, Wallis) finden sieh mächtigeKrystalle von 714 Centner Gewicht. Amethyst, Citrin, Rauchtopas inUngarn, Sachsen, Schlesien, im Schwarzwalde etc.; Rosenquarz bei Boden-mais in Bayern; Feuerstein von dem Ehrenberg nachgewiesen hat, dass ermeist aus zusammengebackenen Kieselpanzern vorweltlicher Infusorien be-steht, findet sich lagerartig im Kreidegebirge, z. B. auf Rügen, oder alsGeschiebe, und Gerolle. Häufig sind die Feuersteine mit einer äusserenschneeweissen Schicht von feinem Kieselmehle (Kieseiguhr) bedeckt.

Verwendung. Quarz dient vorzüglich zur Fertigung des Glases,künstlicher Edelsteine (Strass), Emaillen, Glasuren etc. Die Verwendungdes Feuersteins ist bekannt. Amethyst, Bergkrystall, Rauchtopas, Chryso-pras, Citrin etc. werden als Schmucksteine benutzt.

Bim stein. Lapis pumicis. Pumex. 70 80 Theile Kieselerde, 10Theile Thonerde, ausserdem Kali oder Natron und Eisenoxyd. Kommt niekrystallisirt, sondern immer als schaumige glasige Masse vor, die sichscharf anfühlt, zerreiblieh ist und zerrieben ein scharfes Pulver gibt. Farbeweiss oder meistens grau. Spec. Gew. 2, 2 . Man unterscheidet glasigen,schaumigen, fasrigen und gemeinen Bimstein. Fundorte: In Lavaströmenund als vulkanischer Auswurf erloschener Vulkane in Rheinpreussen, aufden Liparischen Inseln, von denen aus er hauptsächlich in den Handelkommt. Verwendung. Zum Schleifen und Poliren von Marmor, Ala-baster, Metall- und Glaswaaren.

Gruppe: Kohle.

1. Diamant. Der edelste der Edelsteine. Reiner Kohlenstoff. Kry-stallisirt in regelmässigen Octaedern oder in den Formen, die sichdavon ableiten lassen. Sein Glanz ist prächtig, seine Härte die grösste.Dem Vermögen das Licht mit farbigem Bilde zu zerstreuen, verdankt ei-sernen Werth als der kostbarste der Schmuckgegenstände der Welt. Fund-orte: Trümmergestein und aufgeschwemmtes Land Ostindiens, Roalconda,Golconda, Bundelcund, Visapur; Brasilien in der Provinz Minas-Geraes; inden Uralländern. Spec. Gew. 3, 5 3, 6 .

Ludwig de Berquen erfand 1476 die Kunst den rohen Diamant derbis dahin als Schmuckgegenstand nicht benutzt werden konnte, zu schlei-fen. Es geschieht dies mit Diamantpulver, welches man durch Aufeinander-reiben von Diamanten erhält. Vor dem Schleifen wird der Diamant in dererforderlichen Richtung gespalten. Man schleift die Diamanten als Roset-ten oder Brillanten. Der Cardinal Mazarin liess zuerst 12 Diamanten, diezu den Kronjuwelen Frankreichs gehörten, als Brillanten schleifen. Es sinddies diezwölf Mazarins."

Die meisten und schönsten Diamanten sind aus Ostindien gekommenund namentlich aus den Diamantgruben von Golconda. Das Auffinden derDiamanten erfordert ausserordentlich viel Mühe, es sind grosse Massenaufgeschwemmtes Land zu durchsuchen und abzuschwemmen. In Brasilienberechnet sich das Arbeitslohn für den Karat Diamant = 212 Milligramm, auf40 Franken.