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Gruppe Schwefel, Kiesel.
Specielle Oryktognosie.
Die hier aufzunehmende Beschreibung kann sich nur auf diejenigenMineralien beziehen, welche entweder selbst, oder durch ihre Producte Ge-genstände des pharmaceutischen Gebrauches sind, oder ganz besonderestechnisches oder anderweitiges Interesse haben *).
M
I. Klasse. Mineralien der Metalloide.
Gruppe: Schwefel.
Gediegener Schwefel (S). Krysfalh'sirt als Octaeder aber selten.Eingesprengt als Mandeln oder in erdigen Massen. Farbe gelb, braungelb.Bruch muschelig. Härte 1, 5 — 2, s , Spec. Gew. 1, 8 —2. Fundorte:vorzugsweise Sizilien, l J / 2 Million Centner, ausserdem in Böhmen, Hanno-ver etc., häufig als Sublimat in Vulkanen und Solfataren.
Gruppe: Kiesel.
Eine der mächtigsten und weitverbreitetsten Gruppen der Erdrinde istdie Gruppe Kiesel. Sie ist zerstreut durch alle Erdformationen. Von denSilicaten (kieselsauren Verbindungen) der Urgebirge reicht sie bis zum Sand-stein und Sand der Tertiär- und Diluvial-Formation. Sand, Sandstein,Kieselschiefer, Opal, Achat, Jaspis, Feuerstein, Chalcedon, Amethyst,Bergkrystall gehören hierher.
Quarz. Kieselsäure. Si0 3 . Krystallisirt in ßseitigen quergestreiftenPrismen und 6seitigen Pyramiden. Häufig kommt er in derben Massen, odereingesprengt mit Feldspath und Glimmer, oder als Kiesel und Sand ingrossen und kleinen Körnern vor. H**) = 7. Spec. Gew. —2, e . Spröde,schwer und unvollkommen spaltbar, am Stahle Funken gebend. Bruchmuschelig mit scharfkantigen Bruchstücken, nur in sehr hoher Temperaturschmelzbar. Farbe meist weiss oder wenig gefärbt. Die Färbung rührtdann von aufgenommenen Metalloxyden her.
Der durchsichtige, wasserhelle, krystallisirte Quarz heisst Bergkry-stall; ist derselbe weingelb, so heisst er Citrin, nelkenbraun Rauch-topas, violett Amethyst; der durchscheinende oder undurchsichtige kry-stallinische Quarz von weisser, gelblich weisser Farbe ist der gemeineQuarz, rosenroth oder röthlichweiss Rosenquarz, milchweiss Milch-quarz, goldschimmemd mit kleinen Glimmerschüppchen Aventurin,
*) Für die Erlangung der Kenntnisse der Mineralien ist die Anschauung diesereine unerlässliehe Bedingung. Die Anführung der Eigenschaften kann alleindas Bild des Minerales nicht hervorrufen. Aus diesem Grunde wäre es zuempfehlen, wenn in jeder Apotheke eine Sammlung derjenigen Mineralien, dieentweder selbst oder in ihren Producten Arzneistoffe geben, angelegt würde.Es wird wohl selten ein Principal einer solchen Anlegung entgegen sein undes ist jedem Zöglinge in seinem eigenen und dem Interesse seiner Nachfolgeranzurathen , damit zu beginnen, die ihm möglich zu erlangenden hierher ge-hörenden Mineralien und mineralischen Arzneistoffe in schönen Exemplaren inkleinen Glashaien mit dem Namen und den charakteristischen Eigenschaften be-zeichnet, in einer Sammlung zusammenzustellen und so sich selbst zn instrui-ren und seinen Nachfolgern in dem Beweise des Interesses zugleich die An-regung zur Anschauung und auch zur Vervollständigung der Sammlung zuhinterlassen.•*) H = Härte.